Grüner Wasserstoff aus Windenergie

21.04.2021 – Mit dem Produktionsstart des Windgas-Elektrolyseurs von Energie des Nordens am Standort Haurup (Schleswig-Holstein) wird Windstrom in erneuerbaren Wasserstoff umgewandelt. Das so produzierte Gas soll ins Gasnetz eingespeist werden und fossiles Erdgas ersetzen.

Windgas-Elektrolyseur in Haurup
Der Windgas-Elektrolyseur in Haurup nimmt den Regelbetrieb auf. Foto: © Energie des Nordens GmbH & Co. KG / Andreas Oetker-Kast

„Unser Projekt Windgas Haurup in der Gemeinde Handewitt bei Flensburg nutzt Stromüberschüsse aus nahen Windkraftanlagen, die an diesem Netzknotenpunkt bei viel Wind sonst häufig abgeschaltet werden“, erklärt Energie des Nordens -Co-Geschäftsführer Reinhard Christiansen. Des Weiteren soll der Elektrolyseur das Stromnetz stabilisieren, indem er durch Herauf- oder Herunterfahren der Wasserstoffproduktion das Stromangebot mit der Stromnachfrage im Netzgebiet im Gleichgewicht hält. Darüber hinaus kann auch der kürzlich aus der EEG-Förderung gefallene Windpark Ellhöft weiterlaufen, weil dessen Strom vom Elektrolyseur abgenommen wird.

Hintergrund: Windgas Haurup ist ein Projekt der Energie des Nordens GmbH & Co. KG. Dieser Zusammenschluss von 70 Erneuerbaren-Unternehmen betreibt den von H-TEC SYSTEMS entwickelten und gefertigten PEM-Elektrolyseur (PEM = Proton-Exchange-Membrane) im schleswig-holsteinischen Haurup. Die jährliche Produktionsmenge von drei Millionen kWh Wasserstoff nimmt die Hamburger Energiegenossenschaft Greenpeace Energy für ihre rund 30.000 proWindgas-Kund*innen ab. Windgas Haurup ist Teil des Programms „Norddeutsche Energie-Wende 4.0“ (NEW 4.0), das verschiedenste Technologien in der Praxis erprobt. Ziel ist es, Hamburg und Schleswig-Holstein bis 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. An der Projektumsetzung beteiligt sind zudem die für die Gaseinspeisung zuständigen Gasnetzbetreiber Gasunie und Open Grid.

Vor dem Produktionsstart hatte der Elektrolyseur vom Typ ME 450/1400 erfolgreich an einem Feldtest im Rahmen des Forschungsverbundes NEW 4.0 teilgenommen. Dabei habe die Anlage mit einer Nennleistung von einem Megawatt laut dem Hersteller H-TEC SYSTEMS gezeigt, dass sie punktgenau auf Steuersignale des Netzbetreibers reagieren und so die Abregelung von Windkraftanlagen vermindern kann.

Einspeisung in deutsch-dänische Ferngasleitung

Der regenerativ erzeugte Wasserstoff wird mit einem Anteil von bis zu zwei Volumenprozent ins bestehende Ferngasleitungsnetz eingespeist. Die deutsch-dänische Gasleitung „Deudan“ verläuft vom Grenzort Ellund bis nach Quarnstedt nördlich von Hamburg. Für die Netzeinspeisung der Anlage in Haurup haben die Deudan-Anteilseigner Gasunie und Open Grid Europe eigens zwei neue Anschlussleitungen verlegt. Hinzu kommt eine Einspeiseanlage mit Mess- und Regeltechnik sowie Verdichtereinheiten, die den Wasserstoff auf das Druckniveau der Transportleitung anheben. (ds)

www.windgas-haurup.de

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