Bayernwerk und Audi testen netzdienliches Laden

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Start des MerGE-Projekts beim Bayernwerk (v.l.n.r.): Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert, Bayernwerk-Technikvorstand Dr. Egon Westphal und Audi-Entwicklungsleiter für Ladesysteme, Roman Strasser. Fotograf / Bildquelle: Uwe Moosburger / Bayernwerk Netz GmbH

21.04.2021 – Die Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk) und Audi untersuchen im Projekt Merging Grid & E-Mobility (MerGE), wie sich E-Mobilität, Netzsteuerung und Ladeverhalten ideal abstimmen lassen. Für ein Jahr wird dazu ein 20-köpfiges Team des Bayernwerks speziell für Messzwecke ausgerüstete Audi e-tron im alltäglichen Gebrauch testen.

Für das Bayernwerk liegt der Projektfokus auf der Nutzung von Flexibilitätspotenzialen in Niederspannungsnetzen, da hier entscheidende Zukunftsaufgaben durch den Hochlauf von privaten Ladesäulen entstehen. Konkret wird hierbei ein Zusammenspiel von Netz und Elektroauto erprobt sowie bewertet. Die Grundidee ist hierbei eine kundenfreundliche Lösung zu schaffen, durch die ein minimal netzbelastendes Laden möglich wird. Der Kunde schließt sein Auto an das intelligente Ladesystem an und gibt den gewünschten Ladezustand sowie den Ladezeitraum vor. Die intelligente Ladesoftware verteilt daraufhin die Ladeleistung über den Zeitraum so, dass in Zeiten hoher Netzbelastung die Ladeleistung reduziert werden kann.

Technischer Hintergrund: Die Netzbewertung des Bayernwerks basiert auf einem Modell, in dass die Messwerte aus allen Feldversuchshaushalten als Eingangsdaten genutzt werden („virtuelles Netz mit 20 Haushalten und allen 20 Ladepunkten“). Das NS-Netzmonitoring berechnet basierend darauf den Live-Netzzustand und eine Prognose für die nächsten 48 Stunden. Werden Netzengpässe in der Zukunft erwartet, werden automatisiert Anreize generiert, die Einfluss auf die „Form“ der Preis- und Leistungszeitreihe haben. Wird im Live-Netzzustand ein drohender Netzengpass erkannt, wird diesem über das „Aktive Steuerungsmanagement“ eine Live-Steuerung ausgelöst und die Ladeleistung reduziert bzw. im Nachgang wieder freigegeben. Hierbei wird vom Netzmonitoringsystem ein Steuerbefehl an die Schaltbox des intelligenten Messystems gesendet, der vom Auto erkannt und umgesetzt wird. Über ein Kunden-Front-End kann der Teilnehmer weiterführende Informationen zum Ladeverhalten seines Autos einsehen.

Ladesystem berücksichtigt individuelle Prioritäten

Das Ladesystem connect für den Audi e-tron bietet im Zusammenspiel mit einem kompatiblen Heimenergie-Managementsystem verschiedene intelligente Funktionen. Beispielsweise kann der Audi e-tron nach Herstellerangaben den Bedarf der anderen Verbraucher im Haushalt berücksichtigen und mit der verbleibenden Restleistung laden, um eine Überlastung des Hausanschlusses zu vermeiden. Zudem erlaubt das Ladesystem Audi zufolge dem Nutzer, individuelle Prioritäten festzulegen, etwa das Laden zu kostengünstigen Zeiten bei einem variablen Stromtarif. Verfügt das Haus über eine Photovoltaik-Anlage, kann das Auto bevorzugt den selbsterzeugten Strom nutzen, prognostizierte Sonnenschein-Phasen gehen dabei in die Ladeplanung ein. (ds)

www.bayernwerk.de
www.audi.de

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