2. Entwurf des NEP 2035, Version 2021

27.04.2021 – Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) 2035, Version 2021 der Bundesnetzagentur (BNetzA) übergeben und online veröffentlicht. In den zweiten Entwurf sind Anregungen aus der öffentlichen Konsultation zum ersten Entwurf des NEP eingeflossen, die vom 29. Januar bis 5. März 2021 durchgeführt wurden.

Wie die vier ÜNB mitteilen, dienen die Einsendungen als wichtige Hinweise für Parameter und Ziele des Szenariorahmens zum nächsten Netzentwicklungsplan (Version 2023). Stellungnahmen waren oft mit der Forderung verbunden, die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen. Zudem wurde vielfach darauf hingewiesen, dass sich die zukünftige Nutzung von grünem Wasserstoff auf die Stromnetzplanung auswirken werde. Die Berücksichtigung innovativer Technologien wurde in vielen Stellungnahmen begrüßt. Die Konsultation wurde laut den ÜNB auch dazu genutzt, um zu konkreten Netzprojekten Stellung zu beziehen. Die Stellungnahmen zielen überwiegend auf die Kosten und Umweltauswirkungen der Projekte.

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Bild: picture alliance / Countrypixel | FRP

Netzanalysen im Langfristszenario B 2040

Im Szenario B 2040 sind gegenüber dem Szenario B 2035 weitere 550 km an AC-Netzverstärkungen erforderlich. Der weiter ansteigende Transportbedarf sei im Wesentlichen auf die höhere Stromnachfrage sowie die höhere Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien zurückzuführen. Die installierte Kapazität an Offshore-Windenergie steige in diesem Szenario um 10 GW an, ebenso wachse die Kapazität an Elektrolyseuren um 5 GW, sodass diese beiden Ausbaupfade im Einklang mit den Ausbauzielen der Bundesregierung stünden.

Kosten-Nutzen-Analyse für Interkonnektoren

Gemäß den Anforderungen der BNetzA haben die ÜNB im zweiten Entwurf des NEP Kosten-Nutzen-Analysen für insgesamt sechs grenzüberschreitende Leitungsprojekte, sogenannte Interkonnektoren, durchgeführt. Im Ergebnis wiesen all einen volkswirtschaftlichen Nutzen auf, so die ÜNB, begründet größtenteils durch eine wesentliche Reduktion der Gesamtsystemkosten. Alle Projekte führten zudem zu einem Rückgang der CO2-Emissionen und erhöhten größtenteils die Integration von erneuerbaren Energien.

Bewertung der Systemstabilität

Basierend auf dem Szenario B 2035 haben die ÜNB im zweiten Entwurf des NEP 2035 (2021) eine Bewertung der Systemstabilität des Netzes einschließlich der vorgeschlagenen Netzmaßnahmen vorgenommen. Die Analysen zeigen, dass Blindleistungskompensationsanlagen zur Deckung des stationären und regelbaren Bedarfs zur Spannungshaltung mit einer installierten Leistung von 60 Gigavoltampere reaktiv (Gvar) erforderlich seien. (ds)

www.netzentwicklungsplan.de

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