Datenschutz und Nutzerakzeptanz bei Smart Services

28.04.2021 – Das im September 2020 gestartete Verbundvorhaben DiSCREET widmet sich bei der Erforschung, Konzeption und Entwicklung einer Smart Service-Plattform für den Wohnungsbereich insbesondere den Aspekten informationeller Selbstbestimmung und Akzeptanz auf Verbraucherseite.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt, das bis zum 31.05.2023 läuft, fokussiert anwendungsbezogen die prototypische Umsetzung von Smart Services, die Personen im Wohnungsbereich digital unterstützen. Dies bezeichnet man als „Smart Living“. Ein „Digitaler Gesundheitsassistent“ soll potenzielle Notsituationen oder Indizien für Erkrankungen erkennen und diverse Services bereitstellen. Ein „Heimmonitor“ sorgt über die sensorgestützte Zustandsüberwachung des Wohnraums für mehr Sicherheit und Schadensprävention, indem er bei definierten Abweichungen automatisch die Bewohner selbst oder autorisierte Dritte informiert.

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Smart Services sollen Personen im Wohnungsbereich digital unterstützen. Bild: Gerd Altmann (geralt) / pixabay.com

Balance zwischen Datennutzung und Datenschutz finden

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bestehe laut dem Konsortialführer GET AG bislang nicht ausgeschöpftes Potenzial darin, das Vertrauen von Nutzern mittels datenschutzzentrierter Lösungen wiederzuerlangen und in Kombination mit attraktiven Angeboten smarter Services neue Marktanteile zu erschließen. „Alternative Konzepte, welche die Balance zwischen datengetriebenen Geschäftsmodellen und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Einzelnen wahren, müssen hierfür neu gedacht und entwickelt werden. Für unser Vorhaben DiSCREET sehen wir uns durch die vor kurzem veröffentlichte Datenstrategie der Bundesregierung, nämlich die ‘innovative und verantwortungsvolle Datennutzung signifikant zu erhöhen‘, einmal mehr bestätigt“, erklärt Lars Quiring, Vorstand der GET AG.

Datenschutzzentrierte Smart-Service-Plattform

Anlass für das Vorhaben DiSCREET ist die zunehmende Skepsis und Besorgnis bei Kunden, dass aufgrund mangelnder Transparenz oder einer zu großen Abhängigkeit von Cloud-Diensten bei der Datenverwertung auf Plattformen von Monopolisten die Privatsphäre nicht ausreichend respektiert oder Daten zweckentfremdend verarbeitet würden.

Nach Ansicht der GET AG gelten die im Heimbereich erfassten Daten als besonders schutzbedürftig: Es bedürfe technisch integrierter Lösungen zur Datenbereitstellung, zur Datenanalyse über maschinelles Lernen (ML) und automatisierten, autorisierten Datenweitergabe, die den Datenschutz konsequent berücksichtigen, um ausreichend Nutzerakzeptanz sicherzustellen. Auf Basis erprobter Modelle und Anwendungsszenarien sollen aus dem Projekt heraus auch Handlungsempfehlungen zur Gestaltung datenschutzzentrierter Geschäftsmodelle formuliert werden.

Als Konsortialführer arbeitet die GET AG bei DiSCREET im partnerschaftlichen Verbund mit dem Institut für Angewandte Informatik (InfAI) an der Universität Leipzig. Die Leipziger Stadtwerke schärfen als assoziierter Partner praxisbezogen die Perspektive von kundenorientierten Dienstleistern aus der Versorgungswirtschaft. (ds)

www.get-ag.com

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