Ladesäulen über Smart Meter-Gateway steuern

27.05.2021 – Die TMZ Thüringer Mess- und Zählerwesen Service GmbH (TMZ) hat mit Robotron und ABL die Ladesäulensteuerung über ein intelligentes Messsystem (iMSys) erfolgreich getestet. Die ABL SURSUM Bayerische Elektrozubehör Verwaltungs-GmbH, kurz ABL, stellt die Wallboxen und Ladesäulen für das Projekt zur Verfügung, das Softwareunternehmen Robotron liefert das Backendsystem.

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Im Projekt werden intelligente Messsysteme zur netz- und marktdienlichen Steuerung von Ladevorgängen bei Elektroautos getestet. Foto: TMZ Thüringer Mess- und Zählerwesen Service GmbH

Die TMZ entwickelt innerhalb des Projekts „Implementierung intelligentes Systemmanagement“ auf dem Campus der TEAG Thüringer Energie AG in Erfurt beispielhaft Lösungen für energiewirtschaftliche Anwendungsfälle. Nachdem bereits die spartenübergreifende Erfassung und Bereitstellung von Messdaten über intelligente Messsysteme umgesetzt wurde, stand nun das Thema E-Mobilität im Fokus.

Seit Anfang April dieses Jahres ist die erste Ladesäule mit intelligentem Messsystem und Ansteuerung des Lademanagements über den CLS-Proxykanal des iMSys am TEAG Campus in Erfurt installiert und in Betrieb. Neben dem TEAG Campus in Erfurt wird die verbaute Technik auch in einer öffentlichen Ladesäule in der thüringischen Stadt Plaue eingesetzt, um weitere Erkenntnisse aus dem Flächeneinsatz zu erhalten.

Intelligentes Laden zur Stabilisierung des Stromnetzes

Um dem Interoperabilitätsgedanken der Lösung im ersten Ansatz gerecht zu werden, erfolgten Tests sowie Produktivsetzung mit herstellerunterschiedlichen, BSI-zertifizierten Smart Meter-Gateways (SMGW) von PPC und Theben. Die Steuerungsbefehle für das netz- und marktdienliche Laden werden bei beiden SMGW-Varianten über den CLS-Proxykanal aus dem von Robotron-Backendsystem über LTE-Mobilfunk bis zum Single-Bord-Computer der ABL-Ladesäule gesendet.

Hierfür wurde das „Open Charge Point Protocol“ (OCPP) genutzt, ein herstellerneutrales und lizenzfreies Protokoll, welches sich international als Standard für das Laden von Elektroautos etabliert hat. Im Gegensatz zu proprietären Protokollen biete OCPP Vorteile in der vollumfänglichen Kommunikationsintegration von Ladetechnik, so die Projektpartner.

Die erfolgreiche Produktivsetzung sei der erste technische Schritt für die Verbindung von netzdienlicher Steuerung für Netzengpassmanagement im Niederspannungsnetz durch den Netzbetreiber und marktkonformes Lademanagement für private sowie öffentliche Ladeinfrastrukturbetreiber. Gleichzeitig wird durch die Verfügbarkeit der Lösung auch eine netzdienliche Basis im TEAG-Verbund geschaffen, den geforderten Hochlauf der Ladeinfrastruktur der Elektromobilität in ausreichender Quantität und Qualität in Thüringen und darüber hinaus zu unterstützen. (ds)

www.tmz-gmbh.de
www.robotron.de
www.abl.de

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