Variable Stromtarife für höhere Netzstabilität

28.05.2021 – Variable Stromtarife, die die Verschiebung von Lasten durch Weitergabe von Preisschwankungen anreizen, können dem Messstellenbetreiber Discovergy zufolge dazu beitragen, dass sich Stromangebot und -nachfrage zukünftig besser ausgleichen lassen. Discovergy ermögliche mit seiner Messtechnik nach eigenen Angaben solche Angebote, so etwa einen dynamischen Tarif für Endkunden des Stromlieferanten aWATTar. Bisher führt ein deutliches Mehrangebot an erneuerbarem Strom zu negativen Strompreisen an der Strombörse EEX. Abhilfe könnten auch Stromspeicher schaffen, die bislang aber nur selten wirtschaftlich seien.

Awattar Flexibler Verbrauch Preissignale
Flexibler Verbrauch reagiert auf Preissignale. Grafik: aWATTar Deutschland GmbH

Intelligente Messtechnik als Basis

Grundlage für die Nutzung variabler Stromtarife ist intelligente Messtechnik, die die Verbräuche zeitnah erfasst. Derzeit erhalten die aWATTar-Kunden einen Smart Meter von Discovergy, der über das Kommunikations-Gateway Meteroit verfügt. Auf Basis dieser Daten in Kombination mit den stündlichen Börsenpreisen errechnet der Energieversorger die tatsächlichen Kosten jedes Kunden der Tarife „Hourly“ und „Hourly-Cap“. Der Endkunde erhält über das Web-Portal von Discovergy den Einblick zur Verbrauchskontrolle.

In Kürze wird aWATTAR durch den Einsatz von intelligenten Messsystemen mit zertifiziertem Smart Meter-Gateway neue Funktionen wie reduzierte Arbeitspreise durch Nachtstromtarife (TAF2) oder steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wallbox / Wärmepumpe) hinzufügen. Abgerechnet werde dann gemäß den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik im Viertelstundentakt.

CO2-Preis treibt Börsenstrompreise

Während die Hälfte der aWATTar-Kunden im Jahr 40 Euro gegenüber dem Tarif auf Basis des Standardlastprofils spare, schafften es die besten zehn Prozent, die eigenen Kosten um etwas weniger als 100 Euro pro Jahr zu reduzieren. Dabei sorge ein niedriges Börsenpreisniveau wie im Jahr 2020 lediglich für kurzfristige Spareffekte. Bei höheren durchschnittlichen Börsenpreisen stiegen die Potenziale für Einsparungen deutlich.

Der in den vergangenen Wochen auf mehr als 50 Euro pro Tonne gestiegene CO2-Preis im Emissionshandel erhöht das Börsenpreisniveau und stärkt nach Ansicht von Discvergy den Nutzen variabler Stromtarife. (ds)

www.discovergy.com
www.awattar.de

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