Neue Lösungen in der Hochspannungsübertragung

09.06.2021 – Siemens Energy und Mitsubishi Electric haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um eine Machbarkeitsstudie über die gemeinsame Entwicklung von klimaneutralen Lösungen in der Hochspannungsübertragung durchzuführen.

Bei diesen Lösungen sollen Treibhausgase durch sogenannte „Clean Air“, ein Gemisch aus Stickstoff und Sauerstoff, als Isoliermedium ersetzt werden. Beide Unternehmen wollen Methoden untersuchen, um die Anwendung der Clean-Air-Isolationstechnologie auf höhere Spannungen anzuwenden, beginnend mit einem 245-Kilovolt-Dead-Tank-Leistungsschalter. Dieser soll eine schnellere Verfügbarkeit von klimaneutralen Hochspannungsschaltlösungen für Kunden ermöglichen. Beide Partner werden nach eigenen Angaben weiterhin unabhängig voneinander Schaltanlagen und -geräte herstellen, verkaufen und warten.

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Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen klimaneutrale Lösungen in der Hochspannungsübertragung forciert werden. Foto: Nicky (NickyPe) / pixabay.com

SF6: Enorme Auswirkungen auf globale Erwärmung bei Austritt möglich

Weltweit ist in den meisten Umspannwerken immer noch Schwefelhexafluorid (SF6) das Isoliergas der Wahl. Dieses Treibhausgas hat ein Erwärmungspotenzial, das in etwa 23.500-mal so hoch ist wie das von CO2. Betreiber von Umspannwerken sind auf der Suche nach neuen Technologien, die die CO2-Bilanz ihrer Systeme verbessern sollen. Gleichzeitig werden in verschiedenen Ländern derzeit Vorschriften zur Reduzierung oder zum Verbot des Einsatzes von fluorierten Gasen wie SF6 in der Elektroindustrie überprüft und teilweise bereits umgesetzt.

Siemens Energy und Mitsubishi Electric arbeiten an SF6-freien gasisolierten Schaltanlagen und -geräten, die das Treibhausgas durch Clean Air ersetzen. Die Isolierung mit Clean Air sei den beiden Unternehmen zufolge bis heute die einzige Alternative zu Treibhausgasen, die keinerlei Risiken für Gesundheit und Sicherheit berge. In Kombination mit Vakuum-Schaltröhren könne zudem eine höhere Leistung für Schaltanwendungen gewährleistet werden – auch im Vergleich zu allen bekannten SF6-Leistungsschaltern.

Lösungen für umweltfreundliche Hochspannungsstromübertragung

Das Portfolio von Siemens Energy umfasst mehrere Lösungen für die Hochspannungsstromübertragung. Es beinhaltet F-Gas-freie gasisolierte Schaltanlagen, Leistungsschalter und Messwandler. Die Kombination von Vakuum-Schalttechnik und Clean-Air-Isolierung ermögliche laut Siemens Energy eine Reduzierung der Emissionen, ohne die Lebensdauer der Produkte zu verkürzen. Während Leistungsschalter mit Clean-Air-Isolation- und Vakuum-Schalttechnik bereits seit mindestens 15 Jahren für Spannungsebenen bis 72,5 kV verfügbar sind, würden sie sich aufgrund der hohen technischen Leistung und niedrigen Lebenszykluskosten auch für weitere Lösungen in Umspannwerken eignen. Dazu zählen auch gasisolierte Schaltanlagen bis zu 145 kV, welche über die gesamte Lebensdauer keine CO2-äquivalente Emissionen verursachen würden.

Mitsubishi Electric bietet unterschiedliche Hoch- und Mittelspannungsprodukte, um den sicheren und zuverlässigen Betrieb moderner Stromnetze gewährleisten zu können. Hierzu zählt unter anderem die Vakuumunterbrechungs- und Dry-Air-Isolationstechnologie, die SF6-freie und CO2-äquivalentfreie, energieeffiziente Lösungen mit niedrigen Lebenszykluskosten ermögliche. Mitsubishi Electric will seine Erfahrungen mit der Vakuum- und Dry-Air-Technologie in die Entwicklung neuer Leistungsschalter und Schaltgeräte für höhere Spannungen einfließen lassen. (ds)

www.siemens-energy.com
www.mitsubishielectric.com

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