Eigenverbrauch im ländlichen Raum optimieren

10.06.2021 – Das Projekt „SmartFarm2“ der Universität Bremen und seinen Partnern will Potenziale aufzeigen, wie private Nutzer ihren Eigenverbrauch mit erneuerbarer Energie optimieren können. Erste Tests sollen an über hundert Gebäuden im Landkreis Osterholz und im Allgäu erfolgen.

Der Ausbau der Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) geht mit einem hohen Flächenbedarf einher. Daher verzeichnet vor allem der ländliche Raum eine Zunahme an entsprechenden Anlagen. Ein Weiterbetrieb von PV- und Wind-Altanlagen nach Ablauf der gesetzlichen Vergütungspflichten ist aus zwei Gründen erstrebenswert. Zum einen, um die produzierte Energie weiterhin nutzen zu können. Zum anderen kann es für Betreiber solcher Anlagen lohnenswert sein, auf Eigenverbrauch umzustellen.

SmartFarm2 Projekt Web
Im Projekt SmartFarm2 sollen u.a. verschiedene landwirtschaftliche Betriebe mit Sensorik ausgestattet werden. Grafik: Sandra Lüttschwager (Q3 ENERGIE GmbH & Co. KG) für das Projekt „SmartFarm2“

Über hundert Gebäude mit Sensorik ausstatten

Hier setzt das Projekt „SmartFarm2“ vom Zentrum für Technomathematik (ZeTeM) der Universität Bremen an. „Wir wollen ein Testfeld mit über hundert sogenannten Realdemonstratoren aufbauen“, verkündet der Projektleiter Professor Christof Büskens vom ZeTeM der Universität. Beispiele für Gebäude sind etwa Milchhöfe, Schweinemastbetriebe, Gewächshäuser und Schulen. Diese Gebäude sollen mit Sensorik ausgerüstet werden, „um die bisher nicht verfügbaren hochaufgelösten, tageszeitabhängigen Verbraucher- und Erzeugerdaten zu erfassen“, so der Wissenschaftler.

Basierend auf diesen Daten könne mit Hilfe der Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) und mathematischer Optimierungsalgorithmen das wirtschaftliche Potenzial einer Eigenverbrauchsoptimierung aufgezeigt werden. Darauf aufbauend soll ein automatisiertes Energiemanagementsystem (EMS) entwickelt werden.

Teilnahme am Projekt SmartFarm2 möglich

Projektpartner von „SmartFarm2“ sind neben der Universität Bremen das Steinbeis Innovationszentrum für Optimierung, Steuerung und Regelung, welches das Projekt koordiniert, sowie die beiden KMU nD-enerserve aus Hannover und Q3 ENERGIE aus Kaufbeuren.

Interessierte im Umfeld von Osterholz und im Allgäu können an dem Projekt teilnehmen – insbesondere Besitzerinnen und Besitzer kleiner und mittelständischer landwirtschaftlicher Betriebe oder kommunaler Einrichtungen. (ds)

www.smartfarm2.de

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