Digitalisierung der Energiewirtschaft verlangsamt

15.06.2021 – Bereits zum dritten Mal wurde jetzt das „Barometer Digitalisierung der Energiewende” im Auftrag des BMWi veröffentlicht. Das Barometer untersucht den Fortschritt bei der Digitalisierung der Energiewende für das Jahr 2020. Verglichen zum Vorjahr hat sich das Tempo dabei eher verlangsamt: Insgesamt erzielt die deutsche Energiewirtschaft im aktuellen Bericht 44 von 100 Punkten. Der Gesamtwert für 2020 stieg damit um acht Punkte, im Jahr zuvor hatte der Zuwachs noch bei 14 Punkten gelegen. Eine Bremswirkung der Coronapandemie für die Digitalisierung der Energiewende sehen die Autoren nur am Anfang des Jahres.

Bereits zum dritten Mal hat das BMWi das „Barometer Digitalisierung der Energiewende” veröffentlicht. Foto: BMWi

Beim Rollout der intelligenten Messysteme konnte die Digitalisierung mit fast sechs Millionen verbauten Einheiten in 2020 zulegen und auch die Fortschritte bei der Zertifizierung werden gelobt: Ein dritter Hersteller wurde zertifiziert, ein Mitbewerber hat im Jahr 2020 auch die Rezertifizierung für ein erweitertes Geräteprofil mit drei neuen Tarifanwendungsfällen erfolgreich abgeschlossen, sodass „der durch marktverfügbare Smart-Meter-Gateways abgedeckte Funktionsumfang zugenommen hat.“ Auch die Marktprozesse der “Marktkommunikation 2020” hätten sich in der Praxis bewährt.

Kritikpunkte und Risken

Strukturelle Herausforderungen sowohl für die Skalierung der Rollout-Zahlen als auch für neue Geschäftsmodelle sehen die Autoren beispielsweise in Unsicherheiten bezüglich der technologischen und regulatorischen Risiken, der fehlenden Skalierung von intelligenten Messsystemen oder der geringen aktiven Verbrauchernachfrage. In der Bevölkerung und bei Gewerbetreibenden werde der Rollout von Smart Metern jedoch zunehmend akzeptiert und befürwortet, der Informationsstand zum Rollout und die Bekanntheit seien aber nach wie vor gering. Zudem stehe die Reform des Paragraphen 14a des Energiewirtschaftsgesetzes nach wie vor aus, bemängelt der Bericht.

Potenzial für eine weitere Beschleunigung sehen die Gutachter auch bei den der Umsetzung der regulatorischen Weichenstellungen: Mit dem EEG 2021 wurde der Smart-Meter-Gateway-Pflichtrollout zur Verbrauchsmessung und Steuerung von EEG- und KWKG-Anlagen ausgeweitet. Voraussetzung hierfür ist eine entsprechende Markterklärung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, die im Verlauf des Jahres 2021 erwartet wird.

Als weiteren Fortschritt stellt der Bericht die Entscheidung der Vergabe der 450-MHz-Nutzungsrechte (pq)

www.bmwi.de

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