EFR-Zähler: Modularer Aufbau und Ressourcenschutz

06.07.2021 – Der Zähleranbieter EFR hat nach eigener Auskunft die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Produktion bis zum Transport sowie die Produktlebensdauer optimiert.

Zu diesen neuen Produkten gehören zum Beispiel der Dreiphasen-Kompaktzähler SGM-C8 und sein kleiner Bruder, der ebenfalls kompakte Einphasen-Zähler SGM-C6. Sie sollen im dritten Quartal 2021 die Modelle C4 (dreiphasig) und C2 (einphasig) ergänzen.

Die beiden neuen Zähler sind für Ein- oder optional für Doppeltarif erhältlich. Von ihren Vorgängern unterscheiden sie sich vor allem durch ihren streng modularen Aufbau, bei dem sich seltener genutzte Funktionen „stecken“ lassen. Die Elektronik des Zählers bietet in der Basisvariante den nach dem Messstellenbetriebsgesetz benötigten Funktionsumfang. Die Basisversionen des SGM-C6 und C8 bedienen somit die häufigsten Marktanforderungen.

SGM_C8_B62TE_eInfo_EFR Web
Der EFR-Dreiphasen-Kompaktzähler SGM-C8 (Bild) und der Einphasen-Zähler SGM-C6 ergänzen die Modelle C4 und C2. Die Neuen sind für Ein- oder Doppeltarif erhältlich und können über Module erweitert werden. Foto: EFR GmbH, Fotografin: Maria Dorner

Funktionserweiterung durch Module

Zusätzliche Funktionen wie die Anbindbarkeit an ein Smart Meter-Gateway (SMWG) über einen LMN-Adapter oder ein Tarifsteuereingang für die Doppeltariffunktionalität lassen sich durch Steckmodule ergänzen. Für diese ist am Gehäuse ein spezielles Fach vorgesehen. Mit dem Modulsystem und dem Fokus auf Basisfunktionen kommen die Geräte EFR zufolge mit weniger Elektronik auskommen. Das schlägt sich in einem geringeren Ressourcenverbrauch, reduzierter Fehleranfälligkeit und niedrigen Elektronikkosten nieder. Wer die Doppeltarifoption oder die LMN-Funktionalität haben möchte, zahlt nur das, was er benötigt.

Weitere Merkmale wie ein Verzicht auf Kabelverbindungen im Gerät, eine möglichst große Vereinheitlichung der Bauteile zugunsten einer günstigen Lagerhaltung und effizienteren Qualitätskontrolle sowie ein Lötprozess nach IPC-Anforderungen finden sich auch in aktuellen Geräten wie zum Beispiel in der modernen Messeinrichtung SGM-D4, welche in Kombination mit dem EFR-SMGW ein intelligentes Messystem (iMSys) ergibt und den bisherigen Zähler SGM-D ablösen soll. Der SGM-D4 wird unter anderem über einen neu gestalteten Klemmenblock mit Zugbügelklemmen verfügen. Dieser soll für einen vereinfachten und sichereren Anschluss sorgen.

SGM_C8_B62TE_eInfo_seitlich_EFR Web
Nachhaltig konzipiert: In der Basisausführung enthalten die neuen Zähler die am häufigsten benötigten Funktionen. Strenge Qualitätskriterien in puncto Vormaterialien und Zulieferteile sowie bei der Fertigung sollen eine lange Produktlebensdauer ermöglichen. Foto: EFR GmbH, Fotografin: Maria Dorner
Der Basiszähler SGM-D4
Der FNN-Basiszähler SGM-D4 der EFR ist ein Vierleiter-Zähler für intelligente Messsysteme (iMSys), der in Ausführungen für 60 A oder 100 A erhältlich ist. In Kombination mit dem Smart Meter-Gateway bildet er ein intelligentes Messsystem. Für netzdienliche Aufgaben wie die intelligente Steuerung von verteilten Speichern oder das geregelte Laden von E-Fahrzeugen stellt der Smart Grid-Zähler die erforderlichen Messwerte zur Verfügung. Er verfügt über einen RS485-LMN-Bus, ist erhältlich als Ein- und Doppeltarifausführung und bietet eine eINFO-Schnittstellenoption.

Fertigung in Fernost nach hiesigen Standards

Das beauftragte chinesische Werk für die Fertigung der Zähler hat EFR zufolge ein Umweltmanagementsystem (ISO 14001) sowie ein Arbeitsschutzmanagementsystem (ISO 45001/18001) etabliert und strebt eine stetige Reduktion des Energieverbrauchs und der Abfälle an. Zum Beispiel wurde mit Unterstützung der Mitarbeiter:innen laut dem Zähleranbieter der Energieverbrauch innerhalb nur eines Jahres um etwa ein Drittel gesenkt. Die in der Produktion anfallenden festen und gasförmigen Lötrückstände werden recycelt.

Strengere Kontrollen für eine lange Lebensdauer

Um eine längere Produktlebensdauer gewährleisten zu können, verfolgt EFR mehrere Ansätze parallel: Die Bauteileauswahl erfolgt nach strengen Kriterien und stellt hohe Anforderungen an die Bauteillieferanten. Qualitätskontrollen sollen sicherstellen, dass Ausschuss bei der Produktion und Fehlfunktionen im Betrieb möglichst vermieden werden.

Sollten im Betrieb Defekte an den individuell wählbaren Modulen, z. B. auch durch äußere Einwirkungen, auftreten, kann sich der modulare Aufbau der Zähler positiv auswirken: Zukünftig könnten Monteure statt des ganzen Zählers die defekten Elektronikbausteine austauschen. Durch den hohen Qualitätsstandard und die preiswerteren, ressourcenschonenderen Reparaturoptionen sollen Messtellenbetreiber ihre Kosten senken können.

Die Kompaktzähler SGM-C6 und SGM-C8
Der Einphasen-Zähler SGM-C6 (60 A) und der Dreiphasen-Zähler SGM-C8 (60 oder 100 A) sind moderne Messeinrichtungen, die in der Basisausstattung über eine optische Datenschnittstelle gemäß FNN-Spezifikationen verfügen. Ihr Funktionsumfang lässt sich durch ein Modul für die Doppeltarifanwendung und/oder ein LMN-BAB-Modul erweitern, zudem ist optional eine eINFO-Schnittstelle erhältlich.

Umweltfreundlichere Produktion

Die Gehäuse entstehen in einem optimierten Spritzgussprozess, der eine effiziente Granulatnutzung ermöglicht und Abfälle vermeidet. Verschiedene Maßnahmen sorgen für eine geringe Ausschussquote und ein effizienter Energieeinsatz stellt eine ideale Temperierung im Prozess sicher, was Fehlgüssen vorbeugt. Die trotz dieser Optimierungen unvermeidlichen Grate, Stege sowie das An- und Auslaufmaterial werden auf kurzem Wege recycelt: Das Material wird dem Ausgangsmaterial nach einer mechanischen Aufbereitung zugesetzt.

Klimafreundlicher Transport

Fortgesetzt wird der Nachhaltigkeitsgedanke bei der Logistik. Alle EFR-Zähler werden in Kartonagen verpackt, auf den Einsatz von Kunststoff wird bei der Verpackung weitgehend verzichtet. Der Transport der Zähler von der Produktionsstätte in Fernost erfolgt nicht per Flugzeug oder auf dem Seeweg, sondern auf dem umweltfreundlicheren Schienenweg entlang der Seidenstraße. Dabei kommen wiederverwendbare Gebindeverpackungen wie Gitterboxen, Europaletten und kundenspezifische Lösungen zum Einsatz. Der Straßentransport der Zähler von der Bahn zum EFR-Standort Wutha-Farnroda und von dort zu den Kunden geschieht klimaneutral, wie der Zähleranbieter verkündet. Die von EFR beauftragte Spedition gleicht die CO2-Emissionen ihrer Fahrzeuge durch eine zertifizierte CO2-Kompensation aus und hat bereits erste Elektro-LKW angeschafft.

Ressourcen schonen, Kosten sparen

Auf diese Weise fällt der CO2-Fußabdruck eines Zählers EFR zufolge gering aus. Zu erwähnen wäre, dass auch hiesige Produktionsstätten einen Großteil der benötigten Bauteile und Komponenten aus Fernost beziehen, und diese Teile kommen oft auf weniger klimafreundlichen Wegen zu uns.

Die Qualitätsanforderungen der EFR sollen eine höhere Lebensdauer der Geräte sicherstellen, sodass Elektronikschrott vermieden wird. Das schont die Umwelt und stellt einen Mehrwert für die Messstellenbetreiber dar. (ds)

www.efr.de

Share