ÜNB-Initiative: Beitrag für klimaneutrale Gesellschaft

13.07.2021 – Acht europäische Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) starten eine Initiative. Das Ziel: das Energieversorgungssystem bei der Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 zu unterstützen. In einem veröffentlichten Dokument nennen die ÜNB als wichtigste Maßnahmen die Verbesserung der Klimabilanz ihrer eigenen Aktivitäten und Wertschöpfungsketten, der Ausbau und die Weiterentwicklung der Stromnetze, um die Integration von erneuerbaren Energien und Flexibilitätsressourcen in das System zu erleichtern, sowie die Unterstützung der direkten und indirekten Elektrifizierung verschiedener Wirtschaftssektoren. Zur Gruppe der ÜNB zählen Elia (Belgien), Amprion (Deutschland), RTE (Frankreich), Terna (Italien), Tennet (Niederlande), APG (Österreich), Swissgrid (Schweiz) und REE (Spanien).

In Übereinstimmung mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens von 2015, dem europäischen Green Deal und dem damit verbundenen Gesetzespaket „Fit for 55“ haben sich die EU und die Schweiz verpflichtet, Klimaneutralität zu erreichen. In diesem Zusammenhang können die ÜNB zur Dekarbonisierung und zur Eindämmung der globalen Erwärmung beitragen.

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Die acht Übertragungsnetzbetreiber starten eine gemeinsame Initiative für die Unterstützung des Energieversorgungssystems bei der Erreichung von Klimaneutralität. Foto: Reginal / pixabay.com

Das Stromnetz: Rückgrat eines grüneren Energiesystems

Wie in langfristigen Energieszenarien dargelegt, die eine weit verbreitete Einführung elektrischer Anlagen wie Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen vorhersagen, wird Strom aufgrund der höheren Effizienz elektrischer Endverbrauchsgeräte und der Integration erneuerbarer Energien in das Energieversorgungssystem eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft spielen.

Klimabilanz ganzheitlich verbessern

Die ÜNB überwachen ihre direkten und indirekten Treibhausgasemissionen in Übereinstimmung mit internationalen Treibhausgas-Emissionsstandards und setzen Maßnahmen zu deren Reduzierung um. Hierzu zählen die Reduzierung von SF6-Lecks und der Ersatz von SF6-Gas durch ökologischere Alternativen, die effiziente Entwicklung ihrer Infrastruktur zur Begrenzung von Netzverlusten, der Einsatz von Energieeffizienz-Mnahmen, die Implementierung von umweltfreundlichen Beschaffungsverfahren und die Übernahme von Ansätzen der Kreislaufwirtschaft.

ÜNB integrieren erneuerbare Energien und Flexibilitäten in das Energiesystem

Um die Energiewende voranzubringen, fördern die Übertragungsnetzbetreiber den Ausbau ihrer Netze und ermöglichen die Integration erneuerbarer Energien, neuer elektrischer Anwendungen sowie von flexiblen Anlagen in das System. Neben diesen Aktivitäten fördern die ÜNB auch die Entwicklung des Marktdesigns und der regulatorischen Rahmenbedingungen, setzen die Digitalisierung in ihren Netzen um und investieren in Forschung und Entwicklung.

Aktivitäten der ÜNB wirken sich auf die Dekarbonisierung des Systems als Ganzes aus

Nach Ansicht der ÜNB sollte sich eine Bewertung ihrer Leistungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung nicht auf die Bewertung ihres CO2-Fussabdrucks beschränken. Um ihre Arbeit zu stärken, sollten die ÜNB auf europäischer Ebene ausdrücklich als Ermöglicher der Energiewende anerkannt werden. Ihre Aktivitäten sollten in den Treibhausgasinventaren des gemeinsamen Bewertungs- und Monitoring-Rahmens eindeutig erwähnt werden – neben den Treibhausgasquellen, die bereits mit ihrer Klimabilanz assoziiert werden. (ds)

www.tennet.eu
www.amprion.net

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