Welche Auswirkungen hat das Hochwasser auf die Versorgungswirtschaft?

21.07.2021 – In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat langanhaltender Starkregen für Überschwemmungen gesorgt. Mindestens 170 Menschen kamen bisher ums Leben, zahlreiche Gebäude und Infrastrukturen wurden zerstört. Nach den Überschwemmungen muss in einigen betroffenen Gebieten auch die elektrische Infrastruktur schrittweise wiederaufgebaut werden. Dies betrifft vor allem Regionen im Landkreis Euskirchen, im Rhein-Sieg-Kreis, im Rhein-Erft-Kreis und in weiten Teilen des Ahrtals.

Um die Stromversorgung nach den Unwettern wiederherzustellen, sind Mitarbeiter der Westenergie, Tochtergesellschaft des Energiekonzerns E.ON, vor Ort im Einsatz. Unter anderem hat die Westenergie dafür Umspannanlagen, die in Folge von Überschwemmungen ausgefallen sind, repariert und wieder in Betrieb genommen. Außerdem wurden Notstromaggregate sowie Umleitungen der Stromleitungen eingesetzt. Wie die Westenergie mitteilt, konnten auf diese Weise innerhalb von fünf Tagen nach den Überflutungen mehr als 170.000 Einwohner wieder an das Versorgungsnetz angeschlossen werden. Derzeit sind noch rund 30.000 Einwohner ohne Strom, wobei die Zahl schwer zu schätzen ist, da Einwohner evakuiert wurden und die Schäden noch nicht im Detail erfasst sind. Unterstützung erhält die Westenergie von Schwestergesellschaften aus dem E.ON-Konzern, zudem helfen auch andere Energieversorgungsunternehmen aus ganz Deutschland.

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Aufgrund des tagelangen Starkregens ist die Ahr über die Ufer getreten und hat ganze Ortschaften überschwemmt. Foto: Nick_ Raille_07 / Shutterstock.com

Weitere Aufgaben zur Wiederherstellung der Versorgung

Laut Westenergie stehen in den nächsten Tagen zudem weitere Arbeiten an: Instandsetzung und von Ortsnetzstationen und Mittelspannungsleitungen, Einsatz von weiteren Notstromaggregaten, wo dies aufgrund der örtlichen Gegebenheiten möglich ist sowie Prüfung und schrittweise Instandsetzung des Niederspannungsnetzes an Abgängen und Hausanschlüssen.

Auch RWE-Kraftwerke betroffen

Die von RWE betriebenen Laufwasserkraftwerke in der Eifel, an Mosel, Saar und Ruhr sind ebenfalls vom Hochwasser betroffen. Bis auf die Anlagen Baldeney und Unkelmühle sind alle derzeit außer Betrieb. Das gilt auch für das Wasserkraftwerk im niederländischen Linne. Derzeit wird Wasser gepumpt, und es werden Sicherungs- und Aufräumarbeiten durchgeführt, mit dem Ziel, die Anlagen baldmöglichst wieder ans Netz zu bringen.

Die Überschwemmungen haben auch Auswirkungen auf den Tagebau Inden und das angeschlossene RWE-Kraftwerk Weisweiler. Am Donnerstagmorgen war die Hochwasser führende Inde über die Ufer getreten, hat bei Lamersdorf einen Deich überspült und ist dem Energieversorger zufolge in den Tagebau eingedrungen. Mittlerweile konnte die Situation aufgrund fallender Pegelstände und Sicherungsmaßnahmen dem Energieversorger zufolge stabilisiert werden. Die Stromerzeugung des Kraftwerks Weisweiler läuft jedoch nach wie vor mit reduzierter Leistung. Die 300 MW-Blöcke werden derzeit über die Kohlevorräte versorgt, die 600 MW-Blöcke stehen derzeit still. Mit einem gestuften Konzept soll der Tagebau wieder in Betrieb genommen werden. Wie lange es dauert, bis der Betrieb des Tagebaus und die Stromerzeugung am Standort Weisweiler vollständig wiederhergestellt sein werden, werde derzeit ermittelt.

In den Tagebauen Garzweiler und Hambach ist die Lage laut RWE aktuell stabil, der Betrieb nicht beeinträchtigt. Die Kraftwerksstandorte Niederaußem und Neurath können unverändert Strom produzieren. (ds)

www.westenergie.de
www.rwe.com

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