SuedLink: Siemens erhält Auftrag für zwei Konverteranlagen

24.08.2021 – Mit der Vergabe der Konverterstationen für die Hochspannungsgleichstromübertragungsleitung (HGÜ-Leitung) SuedLink in Brunsbüttel und Leingarten/Großgartach hat das Netzausbauprojekt einen weiteren Schritt gemacht. Die beiden verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) TenneT und TransnetBW haben den Auftrag zum Bau von zwei Konverterstationen gemeinsam an Siemens vergeben. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen für SuedLink den beiden ÜNB zufolge auf rund zehn Milliarden Euro.

Die aktuelle Vergabe bezieht sich auf die im Bundesbedarfsplangesetz als Vorhaben 3 bezeichnete Maßnahme zwischen Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Leingarten/Großgartach in Baden-Württemberg. Für das Vorhaben 4 mit den Konverterstationen in Wilster in Schleswig-Holstein und Bergrheinfeld in Bayern wurde ein separates Ausschreibungsverfahren gestartet, das bis Mitte 2022 abgeschlossen sein soll.

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Innenansicht einer HGÜ-Konverterhalle. Foto: Siemens Energy AG

Übertragungskapazität: 2.000 Megawatt

Jedes der beiden Gleichstromvorhaben hat eine Übertragungskapazität von 2.000 Megawatt. An den jeweiligen Endpunkten der beiden Verbindungen wird je eine Konverterstation zur Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom und umgekehrt benötigt. TenneT ist bei SuedLink für den nördlichen Abschnitt und die Konverterstationen in Schleswig-Holstein und Bayern zuständig. In den Zuständigkeitsbereich von TransnetBW fallen der südliche Abschnitt und die Konverterstation in Baden-Württemberg.

Die Gleichstromtechnologie erlaubt es, Strom über weite Strecken effizienter zu transportieren, indem Lastflüsse besser gesteuert und Übertragungsverluste geringgehalten werden. Um Gleichstromverbindungen wie SuedLink in das bestehende Wechselstromnetz zu integrieren, sind Konverterstationen an den Start- und Endpunkten notwendig. Sie wandeln Wechselstrom in Gleichstrom um – und umgekehrt.

Die Konverter werden als sogenannter Rigid Bipol mit einer Nennwirkleistung von 2.000 Megawatt bei einer Nenngleichspannung von ±525 Kilovolt (kV) ausgeführt. Dabei kommt die modulare Multilevel-Converter-Technologie (MMC) mit Halbbrücken-Submodulen zum Einsatz. Dank VSC-Technologie können die Konverter neben der Wirkleistung auch die Blindleistung flexibel und schnell den jeweiligen Netzbedingungen anpassen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität. Bei geringeren Verlusten im Vergleich zu Wechselstromübertragung ermöglichen sie so den Transport über weite Strecken und die Integration von norddeutschem Wind- und süddeutschem Solarstrom in das deutsche Übertragungsnetz.

Nördliche Konverterstation liegt im Industriegebiet

Der Standort der nördlichen Konverterstation in Brunsbüttel, im Vorhabenteil von TenneT, befindet sich in einem Industriegebiet in unmittelbarer Nähe zum Umspannwerk Brunsbüttel. TenneT hatte im Februar 2021 die Antragsunterlagen für diesen Standort zur ersten Teilgenehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eingereicht.

Der südliche Konverter in Leingarten/Großgartach ist auf dem Gelände des dortigen TransnetBW-Umspannwerks geplant. Der Rückbau einer 220-kV-Schaltanlage schafft die nötige Freifläche für den Konverter. Die erste Teilgenehmigung für den Bau hat TransnetBW bereits Anfang 2019 erhalten. Derzeit laufen vorgezogene Baumaßnahmen, um das Gelände für die Errichtung des Konverters vorzubereiten. (ds)

www.tennet.eu
www.transnetbw.de
www.siemens-energy.com

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