Rollout: Mut zum Mehrwert

24.08.2021 – Nach der Novelle des Messstellenbetriebsgesetzes kann der Rollout planmäßig umgesetzt werden. Nun ist es Zeit, über Mehrwerte für die Kunden nachzudenken.

Der Zeitplan für den Rollout der intelligenten Messsysteme steht und muss – so viel ist seit Ende Juni klar – von den Stadtwerken und Messstellenbetreibern umgesetzt werden. Unbestritten ist aber auch, dass dafür hohe Investitionen in IT-Systeme und qualifizierte Mitarbeiter beziehungsweise externe Dienstleister erforderlich waren und weiterhin sein werden. „Die neue intelligente Messtechnik ermöglicht interessante Mehrwertdienste – ohne Preisbindung und auch außerhalb des lokalen Netzes“, sagt Marcus Hörhammer, Bereichsleiter Produktentwicklung und Vertrieb bei der VOLTARIS GmbH. Daher, so Hörhammer, sollte der Rollout ein Ansporn für die Stadtwerke sein, das Smart Meter-Gateway als hochsichere Kommunikationsinfrastruktur gewinnbringend für neue Geschäftsmodelle zu nutzen. Da die Stadtwerke über direkte Zugänge zu ihren Kunden verfügen und einen soliden Vertrauensvorschuss genießen, befinden sie sich zudem in einer ausgezeichneten Ausgangslage, um neue Services erfolgreich zu platzieren. Doch der Wettbewerb schläft nicht und hat die attraktiven Kundengruppen, etwa im Gewerbe oder der Wohnungswirtschaft, ebenfalls im Blick. Aber wo liegen praktikable Ansatzpunkte, die gerade kleine und mittlere Werke wirtschaftlich und personell nicht zusätzlich belasten?

„Die Herausforderung für die EVU liegt darin, ihr Kerngeschäft mit der Umsetzung der neuen digitalen Prozesse und den Ansprüchen ihrer Kunden zusammenzubringen“, betont Hörhammer. Um gerade kleinere und mittlere Stadtwerke aktiv zu unterstützen, stellt VOLTARIS für seine Anwendergemeinschaft einfach zu implementierende Lösungen für private und gewerbliche Kunden bereit.

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Digitale Visualisierungslösungen gehören zum zeitgemäßen Kundenservice und sind einfach zu implementieren. Foto: VOLTARIS GmbH

Visualisierung von Energiedaten

Einen ersten Ansatzpunkt bieten Kundenportale rund um das Thema Energieverbrauch. „Kunden erwarten heute digitale Interaktionen mit ihrem Stadtwerk und auch private Kunden wünschen sich Transparenz und Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich ihres Stromverbrauchs“, erläutert der VOLTARIS-Bereichsleiter. Genau dies zu ermöglichen, war eine zentrale Motivation bei den initialen europäischen Regelungen zum Smart Metering und so verpflichtet auch das Messstellenbetriebsgesetz den grundzuständigen Messstellenbetreiber, entsprechende Lösungen bereitzustellen. Die Transparenz- und Displaysoftware TRuDI von PTB und ZVEI erfüllt diese Bedingungen, stößt aber am Markt nur auf begrenzte Resonanz, wie auch Marcus Hörhammer berichtet.

Auch aufgrund dieser Rückmeldung aus der Anwendergemeinschaft stellt VOLTARIS ein übersichtliches und intuitiv bedienbares Haushaltskundenportal bereit, das die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und zahlreiche digitale Mehrwerte für private Kunden bietet: Neben detaillierten Verbrauchs- und Kostenübersichten für jeden Zählpunkt hält das Portal unterschiedliche Analysetools (Historie, Vergleiche, Prognosen etc.), Benachrichtigungen und Kostenchecks bereit. Sämtliche Energieflüsse in Prosumer-Haushalten werden abgebildet und auch die CO2-Bilanz ist allzeit im Blick. „Solche Angebote sind unverzichtbar für die Kundenbindung und stärken die Akzeptanz der intelligenten Messsysteme“, ist Marcus Hörhammer überzeugt.

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Das Energiemanagement-Portal liefert Gewerbekunden exakte Verbrauchsdaten, vielfältige Analysen und Standortvergleiche. Fotos: VOLTARIS GmbH

Energiemanagement für Gewerbekunden

Gewerbliche Kunden, die zudem als erste mit intelligenten Messsystemen ausgerüstet werden, sind sogar bereit, entsprechende Visualisierungs- und Analysetools kostenpflichtig zu nutzen. Um die Stadtwerke für diesen Bedarf zu rüsten, hat VOLTARIS eine umfangreiche Energiemanagement-Lösung im Portfolio, mit der Kommunen, Wohnungsgesellschaften, Industriekunden oder Filialisten ihre Verbräuche einfach prüfen, optimieren und dokumentieren können. Grundlage sind aktuelle Viertelstundenwerte des Verbrauchs und – sofern vorhanden – der Einspeisung aus eigenen Erzeugungsanlagen, die CO2-Emissionen werden ebenfalls automatisch ermittelt. „Besonders interessant für die gewerblichen Kunden ist nach unserer Erfahrung die Option, verschiedene Standorte oder Standortgruppen, wie beispielsweise alle Schulen eines Landkreises, detailliert zu betrachten, miteinander zu vergleichen und die Verbräuche nach unterschiedlichen Parametern zu analysieren“, berichtet Marcus Hörhammer. Die Vergleichskriterien lassen sich dabei flexibel konfigurieren.

Sein Fazit: „Solche digitalen Mehrwertdienste sind tatsächlich für jedes Stadtwerk praktisch ohne Zusatzaufwand realisierbar. Sie tragen nicht nur dazu bei, den Rollout zu refinanzieren, sondern – was noch viel wichtiger ist – große Kunden an ihren örtlichen Versorger zu binden.“ Auch für Stadtwerke, die sich im wettbewerblichen Messstellenbetrieb engagieren, sei ein solcher digitaler Service erfahrungsgemäß ein guter Türöffner.

Submetering

Seit 2021 besteht Wahlfreiheit beim Messstellenbetrieb, so dass Submetering zu einem essenziellen neuen Geschäftsfeld für Stadtwerke wird. „Insbesondere die Datenbereitstellung für die Energiekostenabrechnung von größeren Liegenschaften ist sehr attraktiv“, weiß Marcus Hörhammer. Gerade Mehrfamilienhäuser seien in diesem Zusammenhang prädestiniert für den optionalen Einbau von intelligenten Messsystemen und die Bereitstellung von Mehrwertdiensten. „Mit unserem Portal können auch kleine Unternehmen schon heute praktisch ohne Eigeninvestition den Einstieg planen.“

Auch das Gesamtkonzept steht: Per LMN-Schnittstelle werden dabei die abrechnungsrelevanten Messdaten der Hauptmessungen für Strom, Wasser, Wärme und Gas über das Smart Meter-Gateway übergeben, die Messdaten der Untermessungen zum Beispiel aus Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler können über die CLS-Schnittstelle bereitgestellt werden. Weitere digitale Mehrwertdienste sind ebenfalls per CLS-Schnittstelle möglich, so etwa die Anbindung von Rauchwarnmeldern, Türkontakten, Raumklimasensoren oder Füllstandssensoren für Müllcontainer. VOLTARIS realisiert derzeit innerhalb der Anwendergemeinschaft die ersten Submetering-Pilotprojekte. (pq)

VOLTARIS GmbH
Marcus Hörhammer
marcus.hoerhammer@voltaris.de
www.voltaris.de

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