Studie: Digitalisierung ermöglicht klimaneutrale Smart Cities

10.09.2021 – Digitale Technologien und Dienste ermöglichen hohe CO2-Einsparungen in Städten und Ballungsräumen. Dadurch leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und sind unverzichtbar auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Dies zeigt die Studie „Der Smart City Markt in Deutschland, 2021-2026“, die der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. und die Unternehmensberatung Arthur D. Little mit Unterstützung des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation sowie den Unternehmen Uber, Netcologne und Cloudflare erarbeitet hat. Die Studie nennt in neun Segmenten das Einsparpotenzial von CO2, beschreibt Nachhaltigkeits-Innovationen und entsprechende Geschäftsmodelle.

Smart City Markt Deutschland Studie eco Verband Web
Bild: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.

Digitale Technologien und Anwendungen leisten der Studie zufolge einen unverzichtbaren Beitrag, das deutsche Klimaziel von 55 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 zu erreichen. Der Nachhaltigkeits-Trend in der Smart City fördere zudem das Wachstum in zahlreichen Branchen mit neuen Geschäftsmodellen und Investitionen.

Bis 2026 erwarten die Studienautoren große Nachhaltigkeits-Effekte in den Segmenten Internetwirtschaft, Gebäudeautomatisierung, Transport & Logistik (Mobilität), Energieversorgung, im Gesundheitswesen sowie Einzelhandel & Gastgewerbe. Die Einführung von gigabitfähigen Infrastrukturen beispielsweise könne zu einer Reduzierung der CO2 Emissionen um 270.000 Tonnen beim Datentransport führen. Smarte Gebäude könnten 275 Millionen Tonnen CO2 bis 2026 einsparen. Sharing-Konzepte und die Verbesserung von Verkehrsflüssen, unter anderem durch Smart Parking können bis 2030 bis zu 50 Prozent der CO2-Emissionen im städtischen Pkw-Verkehr reduzieren. Bürgerinnen und Bürger könnten demnach bis zu 34 Milliarden Euro Kosten allein für die Parkplatz-Suche sparen. Car-Sharing-Angebote haben einen direkten Nachhaltigkeitseffekt von rund 0,52 Millionen Tonnen CO2 bis 2026.

Intelligente Nutzung digitaler Technologien spart CO2

Die Smart-City-Studie zeige, dass eine sozial-ökologische Transformation in den Städten nur mit intelligenter Nutzung digitaler Technologien funktionieren wird. Städte müssten segmentübergreifend denken, eine ganzheitliche Anwendung von Smart City-Konzepten sei der Schlüssel für eine nachhaltige Digitalisierung. Dazu gehört die Förderung energieeffizienter Rechenzentren und die verstärkte Nutzung der Abwärme, sowie die Einführung ressourcenarmer Kommunikationsdienste und Investitionen in Cybersicherheit.

Vernetzung hebt Synergien in der Smart City

Ein Beispiel für die Nachhaltigkeitseffekte des vernetzten Denkens zeige sich bei der Modernisierung der Straßenbeleuchtung. Moderne LED-Beleuchtung könne ihr Potenzial erst richtig zeigen, wenn man die Straßenlaternen intelligent vernetzt, mit Sensoren ausstattet und zusätzlich die damit entstehende Infrastruktur für Smart-Parking-Systeme einsetzt. Segmentübergreifend konzipierte Smart-City-Plattformen heben laut den Studienautoren weitere Nachhaltigkeitspotenziale, indem sie der Synergien zwischen den Segmenten schaffen.

Die im Juni 2021 vorgestellte Studie „Der Smart-City-Markt in Deutschland, 2021-2026“ prognostiziert ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 17 Prozent. Dies entspricht einem Umsatzplus von über 46 Milliarden Euro innerhalb von fünf Jahren. Für insgesamt neun Segmente des deutschen Smart-City-Marktes skizziert die Studie ausführlich Trends und Herausforderungen. Besonders hohe Umsätze erwarten die Autoren in den Marktsegmenten Digitale Bildung (16,6 Mrd.) Transport & Logistik (14,8 Mrd.) und Gebäudeautomatisierung (14,1 Mrd.). (ds)

www.eco.de

Share