Hannover und enercity besiegeln Kohleausstieg

14.09.2021 – Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und die Vorstandsvorsitzende des Energiedienstleisters enercity, Dr. Susanna Zapreva, haben eine Vereinbarung zur Stilllegung des Kohlekraftwerks Stöcken unterzeichnet. Angestrebt wird das Jahr 2026. Vereinbart wurden außerdem weitere CO2-mindernde Maßnahmen bei der Wärmeversorgung, die von Stadt und enercity finanziert werden.

Die Stadt Hannover will bis 2035 möglichst klimaneutral sein. Dem Kohlekraftwerk Stöcken des Betreibers enercity, in dem Strom und Wärme produziert werden, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Eine Bürgerinitiative hatte sich mit dem Bürgerbegehren „Hannover erneuerbar“ und der Forderung, das Kraftwerk bereits 2026 abzuschalten, in die Diskussion eingebracht und Unterschriften gesammelt.

Voraussetzung für die Stilllegung des Kraftwerks zum oben genannten Jahr ist, dass enercity rechtzeitig Grundstücke für Ersatzanlagen erwerben oder nutzen kann. Weitere Voraussetzung ist die rechtzeitige Genehmigung dieser Anlagen. Festgehalten wurde ferner, dass enercity den ersten Block des Kraftwerks nach Möglichkeit ein Jahr früher als geplant, also 2024, stilllegt.

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v.l.n.r.Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay, enercity-Vorstandsvorsitzende Dr. Susanna Zapreva, Johanna Gefäller, Stephan Barlag (beide Hannover erneuerbar). Foto: © Landeshauptstadt Hannover

CO2-mindernde Maßnahmen bei der Wärmeversorgung beschlossen

Ein weiterer Kernpunkt der Vereinbarung ist, dass Stadt und enercity für die Jahre 2021 bis 2023 den Menschen in Hannover insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um CO2-mindernde Maßnahmen zu finanzieren. Dazu zählen eine Initiative zum Ölheizungstausch sowie eine Anschlusspflicht für bisher fossile Heizanlagen ans Fernwärmenetz − bei Neubauten oder im Fall des Anlagentauschs bei Bestandsbauten. Ebenso ist eine Heizungseffizienz-Offensive vereinbart.

Mit diesen Maßnahmen sollen bis 2035 rund 800.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Dies entspricht mehr als der Hälfte des CO2-Ausstoßes für das Kohlekraftwerk in seiner bisher geplanten Laufzeit bis 2030. Die Maßnahmen sind auch deshalb für die Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung, weil durch den schrittweise steigenden CO2-Preis die Kosten für Heizöl und Erdgas kontinuierlich steigen werden. Die Orientierung auf Fernwärme und Wärmepumpen als Alternativen fördert damit genau jene Wärmeträger, die in Zukunft für Verbraucher*innen preiswerter sein werden.

Darüber hinaus haben die Verhandlungspartner vertraglich festgehalten, einen Beirat mit Teilnehmern des Bürgerbegehrens, der Stadtverwaltung und von enercity einzuberufen, um für alle Beteiligte noch mehr Transparenz über die Umsetzung der Vereinbarung herzustellen.

Der Kohleausstieg in Hannover kostet enercity zufolge einen dreistelligen Millionenbetrag. (ds)

www.enercity.de

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