Container-Technologie: Alles drin in einer Box

21.09.2021 – IT-Anbieter setzen auf Container-Technologie, um Software-Updates bei Energieversorgern einfacher installieren und deren Prozesskosten senken zu können. Auch Risiken sollen dadurch minimiert werden können.

Seit Ende der 1960er Jahre setzten sich im internationalen Gütertransport nach und nach Standardgrößen durch, um welt-weit Waren per Container auf Schiffen und Lkw zu transportieren. Die Vorteile von Normen sind belegt und so verwundert es, dass es in der IT-Welt erst vor einigen Jahren gelang, Software so anzupassen, dass sie in einer anderen Umgebung problemlos genutzt werden kann.

Unabhängig und schneller

Dabei liegen die Anfänge des Container-Prinzips im Jahr 1979. Es dauert allerdings bis zum Jahr 2013, bis sich die Container-Technologie seit der Einführung von Docker verbreitete und etablierte. Das Softwareunternehmen Docker beschreibt seinen „Docker-Container“ als eine „standardisierte Software-Einheit“. Der Container umfasst die Software sowie ein vollständiges Dateisystem mit Sourcecode, Systembibliotheken, System-Tools und Laufzeitumgebung.

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Mit Container-Technologie wollen IT-Anbieter den Update-Prozess für Energieversorger vereinfachen, ihre Prozesskosten senken und Risiken minimieren. Foto: iStock.com / cybrain

Die Container-Virtualisierung, auch Containering genannt, basiert auf autonomen, selbstständig funktionierenden Einheiten. Dies erlaubt es, Anwendungen unabhängig von der Umgebung zu betreiben und mehrere Prozesse getrennt voneinander auszuführen. So können die Software-Container in die verschiedenen Betriebssysteme ohne viel Aufwand migriert werden. Neben Docker ist die von Google entwickelte Anwendung „Kubernetes“ die zweite populäre Container-Technologie.

Die Standardisierung eines Containers und seine Unabhängigkeit bieten mehrere Vorteile für die Entwicklung und den Betrieb von Software. So lassen sich Applikationen nach Bedarf flexibel erweitern oder reduzieren. Container laufen schneller, da kein eigenes Gast-Betriebssystem erforderlich ist, das zuerst gestartet und wieder heruntergefahren werden muss. Dies führt auch dazu, dass die Infrastruktur effizienter genutzt werden kann, da physische Ressourcen eingespart werden, die wiederum für andere Anwendungen verfügbar sind. Ferner lässt sich Software mit Containern schneller und einfacher entwickeln. Dies alles ermöglicht eine effektivere Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und dem Betrieb.

Mehr Kontrolle beim Update-Prozess

In der Energiewirtschaft nutzen IT-Dienstleister die Container-Technologie, um Updates bei Energieversorgungsunternehmen (EVU) in kürzeren Zeitabständen auszuspielen und die Software dem aktuellen Stand der am Markt geltenden Regeln, Formate und Prozesse anzupassen. Darüber hinaus sollen mit Updates zusammenhängende Risiken minimiert werden, insbesondere Fehler seitens der IT-Landschaft der EVU wie Betriebssystem, Viren-Scanner oder Drittanbieter-Software. Da die Container standortunabhängig gleiche Bedingungen für Anpassungsprozesse schaffen, können IT-Anbieter genauer überprüfen, was beim Ausrollen eines Updates passiert.

Weniger Aufwand bei der Wartung

Bei den EVU sollen sich der Aufwand für Updates verringern, ebenso die Ausfallzeiten des Systems bei der Wartung sowie der Ressourcenverbrauch beim Einspielen von Updates. Des Weiteren können verteilte Softwaresysteme effektiver überwacht und betrieben werden, automatisierte Checks der einzelnen Container führen zu stabilerer Software. (ds)

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