SüdOstLink vor dem Start

22.09.2021 – Kabelhersteller Prysmian bereitet die Verlegung von rund 500 Kilometern HGÜ-Erdkabel vor.

Über 5.100 Kilometer Gleichstrom-Erdkabel sollen ab 2026 Strom aus den Windkraftanlagen im Norden und Osten der Republik zu den Verbrauchern im Süden transportieren. Die Prysmian Group ist als einziger Kabelhersteller an allen drei deutschen HGÜ-Kabelprojekten – SuedOstLink, SuedLink und A-Nord – beteiligt. 2020 erhielt das Unternehmen den Zuschlag für die Realisierung jeweils von TenneT, TransnetBW und Amprion. Nun meldet die Prysmian Group, sie habe ihre Organisation für die Entwicklung vollständig eingerichtet und sei bereit, die Kabelproduktion zu starten.

Organisation ist aufgebaut

Prysmian_Produktion_P-Laser-Kabel
Die innovativen ± 525 kV-Kabel werden im französischen Gron produziert. Foto: Prysmian Group

Um die Projekte bestmöglich zu unterstützen, eröffnete Prysmian drei neue Büros in Bayreuth, Würzburg und Wuppertal und hat ein Projektentwicklungs- und Managementteam mit über 200 Mitarbeitern zusammengestellt. Geleitet wird das Team von Alberto Boffelli, COO Project BU, und Heiko Dirks, Projekt- und Vertragsmanager für die drei Projekte. In Deutschland ist Prysmian bereits mit ca. 1.900 Mitarbeitern, sechs Werken in Nordenham, Schwerin, Berlin, Neustadt bei Coburg, Nürnberg und Wuppertal und vier F&E-Zentren vertreten.

Zu den wichtigsten von der Gruppe realisierten Offshore-Windparkprojekten gehören: BorWin2, BorWin3, DolWin3, HelWin1, HelWin2 sowie SylWin1. DolWin5 befindet sich derzeit im Bau. „Bei der Umsetzung der deutschen HGÜ-Kabelprojekte stehen Nachhaltigkeit und Sicherheit für uns im Vordergrund, und zwar über den gesamten Lebenszyklus jedes Produkts und aller Arbeitsschritte, von der Beschaffung der Rohstoffe bis zur Lieferung des fertigen Projekts“, so Hakan Ozmen, EVP Projects BU.

Kabelproduktion kann starten

Die Produktion des HGÜ-Kabelsystems Sued­OstLink ist startklar. Das System hat die Typprüfung für den Kunden TenneT TSO GmbH erfolgreich absolviert und die Prüfkriterien gemäß der internationalen Normen erfüllt. Während des viermonatigen Testprogramms wurde das Kabelsystem auf seine mechanische Robustheit und elektrische Leistung untersucht. Prysmian wird ein ±525 kV HVDC P-Laser Erdkabelsystem liefern, das auf einer Strecke von 270 Kilometer ab dem süddeutschen Anschlusspunkt Isar bei Landshut in Bayern verläuft und das erstmals eine übertragbare Leistung von über 2 GW auf einem einzigen System erlaubt.

Die von Prysmian entwickelte P-Laser-Kabeltechnologie ist die nach Herstellerangaben erste zu 100 Prozent recyclebare Hochleistungsisolationstechnologie auf Basis von HPTE (High Performance Thermoplastic Elastomer) und senkt die CO2-Emissionen in der Produktion um 30 Prozent.

Nachhaltigkeit im Fokus

Prysmian hat sich mit seiner „Climate Change Ambition“ klare Ziele gesetzt und das Vorgehen beschleunigt, um bis 2040 Netto-Null erreicht zu haben. Mit der Ankündigung der neuen Social Ambition-Ziele (die bis 2030 erreicht werden sollen), bekräftigt das Unternehmen außerdem sein Engagement für eine weltweit führende Rolle im Bereich der Nachhaltigkeit. (pq)

www.prysmiangroup.com

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