EnBW wirbt für höhere Netzrenditen

Dirk Guesewell EnBW Web
Dirk Güsewell verantwortet bei EnBW das Vorstandsressort Systemkritische Infrastruktur. Foto: ARTIS Photographie-Uli Deck; EnBW Energie Baden-Württemberg AG

28.09.2021 – Angesichts der bevorstehenden Festlegung der künftigen Kapitalverzinsung für Strom- und Gasnetze durch die Bundesnetzagentur spricht sich EnBW-Vorstand Dirk Güsewell dafür aus, die bisher diskutierten Werte zu überprüfen: „Die Energiewende funktioniert nur mit modernen und leistungsfähigen Netzen. Die erzielbaren Renditen müssen deshalb für Unternehmen und den Kapitalmarkt so bemessen sein, dass sie in der Konkurrenz zu anderen, auch internationalen Investitionsmöglichkeiten mithalten können“, erklärt Güsewell, der das Vorstandsressort Systemkritische Infrastruktur verantwortet. Wie Berechnungen des Energiekonzerns ergeben, müsste der bislang von der Bundesnetzagentur aufgerufene Wert von 4,59 Prozent für Neuanlagen um mindestens 1,6 Prozent höherliegen.

Eine niedrigere Verzinsung führe Güsewell zufolge nur auf den ersten Blick zu Einspareffekten für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Auf mittlere und lange Sicht würden sie teuer erkauft und führten letztlich dazu, dass Deutschland den Umbau des Energiesystems und auch die Erreichung der Klimaziele nicht schaffen könne. In den kommenden Jahren will der EnBW-Konzern, zu dem verschiedene Übertragungs-, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber gehören, in zweistelliger Milliardenhöhe in die deutsche Netzinfrastruktur investieren.

Marktrisikoprämie ist zentraler Hebel

Die von der Bundesnetzagentur gewählte Vorgehensweise biete grundsätzlich die notwendigen Handlungsspielräume, um vor der endgültigen Festlegung noch nachzusteuern, betonte Güsewell. Ein zentraler Ansatzpunkt sei dabei die ökonomisch korrekte Ermittlung der sogenannten Marktrisikoprämie. Diese werde in den bisherigen Berechnungen unterschätzt und führe zu einem – auch im internationalen Vergleich – deutlich zu niedrigen Eigenkapitalsatz. Nach einem von der EnBW-Verteilnetztochter Netze BW in Auftrag gegebenen Gutachten ergäbe eine korrekte Berechnung einen um mindestens 1,6 Prozent höheren Verzinsungssatz. (ds)

www.enbw.com

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