EEG-Umlage 2022 sinkt

15.10.2021 – Nach Auskunft der Bundesnetzagentur beträgt die Umlage zur Deckung der Kosten des nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergüteten Stroms 3,723 ct/kWh im kommenden Jahr. Für 2021 lag die Umlage bei 6,500 ct/kWh. Die Umlage sinkt damit um fast 43 %. Eine Umlage von unter 4 ct/kWh wurde zuletzt 2012 erreicht (3,592 ct/kWh).

Hauptgrund für den starken Rückgang der EEG-Umlage sind die gestiegenen Börsenstrompreise. Die hierdurch steigenden Vermarktungserlöse für den Erneuerbaren Strom reduzieren den Förderbedarf. Wie im vergangenen Jahr wird die Umlage auch durch einen Bundeszuschuss gesenkt. Der Bundeszuschuss wird aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung finanziert. Er beträgt im kommenden Jahr 3,25 Milliarden Euro. Ohne diesen Zuschuss läge die EEG-Umlage 2022 bei 4,657 ct/kWh, wie die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) mitteilen.

money-nattanan23-pixabay-2696219_Web
Foto: Nattanan Kanchanaprat (nattanan23)

Der Rückgang der EEG-Umlage führt für sich genommen zu einer Entlastung der Letztverbraucher. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh wird unter Einbeziehung der Mehrwertsteuer laut Bundesnetzagentur um mehr als 100 Euro im Jahr entlastet. Die Energiebranche geht davon aus, dass eine sinkende EEG-Umlage die Preise insgesamt stabilisiert. Allerdings sind die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Strom zahlen müssen, deutlich gestiegen.

Erwarteter Zubau 2022 erneut durch Solaranlagen getrieben

Für das Jahr 2022 rechnen die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) mit einem Netto-Zubau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Höhe von 8,2 GW. Ein Großteil des Netto-Zubaus wird erneut durch Solaranlagen getragen. Für den Zubau der Windenergie an Land wird eine leichte Erholung erwartet, so dass das Zubauziel im EEG für 2022 nach den Erwartungen der Übertragungsnetzbetreiber nur knapp unterschritten wird.

Die erwartete Erzeugungsmenge aus Erneuerbaren Energien steigt um fast 5 % auf 239 TWh. Insgesamt prognostizieren die ÜNB für das Jahr 2022 einen Gesamtzahlungsanspruch von Betreibern von Erneuerbare-Energien-Anlagen in Höhe von 33,7 Milliarden Euro. Dem stehen prognostizierte Vermarktungserlöse an der Strombörse in Höhe von rund 13,6 Mrd. Euro für den erneuerbaren Strom gegenüber. Somit müssen Förderkosten in Höhe von 20,1 Mrd. Euro durch die EEG-Umlage und den Bundeszuschuss gedeckt werden.

EEG Umlage 2022 Kosten TransnetBW
Kostenbestandteile der EEG-Umlage 2022. Grafik: TransnetBW GmbH

EEG-Umlage enthält weiterhin Liquiditätsreserve

Wie in den vergangenen Jahren enthält die EEG-Umlage auch im kommenden Jahr eine Liquiditätsreserve. Diese dient als Absicherung gegen negative Kontostände (z. B. aufgrund eines wieder deutlich sinkenden Börsenstrompreises) und gegen Liquiditätsrisiken, die aus der Abhängigkeit des Kontostandverlaufs von der jahreszeitlich schwankenden EE-Erzeugung resultieren. Die Reserve wurde von den Übertragungsnetzbetreibern im Vergleich zum Vorjahr von 10 auf 5 % halbiert. Die EEG-Umlage wird jährlich Mitte Oktober für das folgende Kalenderjahr von den Übertragungsnetzbetreibern auf Basis von gutachterlichen Prognosen bekannt gegeben. Die Bundesnetzagentur überwacht die ordnungsgemäße Ermittlung. (ds)

www.bundesnetzagentur.de

Share