Eon investiert in Netze und Digitalisierung

24.11.2021 – Mit seiner neuen Strategie will sich der Energiekonzern Eon auf den Ausbau und die Digitalisierung der Energienetze fokussieren. Zudem will Eon das Tempo bei Wachstum und Digitalisierung seiner Geschäfte erhöhen, wie es in der im Rahmen eines virtuellen Kapitalmarktages vorgestellten Strategie heißt. Darüber hinaus erweitert Eon erstmals den Prognosezeitraum von drei auf fünf Jahre.

Das EBITDA im Kerngeschäft, das heißt ohne die auslaufenden Kernenergie-Aktivitäten bei PreussenElektra, will E.ON pro Jahr um rund 4 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Euro im Jahr 2026 steigern. Um dafür die Basis zu legen, wird E.ON bis 2026 insgesamt rund 27 Milliarden Euro investieren, davon gehen rund 22 Milliarden Euro in den Ausbau der Energienetze und fünf Milliarden in den Ausbau der Geschäfte mit Kundenlösungen.

Eon Headquarter Essen Web
Das Eon Headquarter in Essen. Der Konzern will in die Verteilnetze und Digitalisierung investieren. Foto: Eon SE

Investitionen in Stromverteilnetze

Der Konzern plant, bis 2026 die Investitionen in Energienetze um jährlich rund eine Milliarde pro Jahr zu erhöhen. Damit wächst das regulierte Anlagevermögen (RAB) jährlich um mindestens 6 Prozent. Die europäischen Netzgesellschaften des Konzerns betreiben heute laut Unternehmensangaben Netze mit einem regulierten Anlagevermögen von rund 35 Milliarden Euro und mit rund einer Million erneuerbaren Energienanlagen. In den nächsten fünf Jahren plant der Energiekonzern zusätzliche 35 bis 40 Gigawatt Erneuerbare an die Netze anschließen.

Der Ergebnisbeitrag der Netze soll durch die beschlossenen Investitionen pro Jahr um drei bis vier Prozent bis 2026 wachsen. Hierbei wird Digitalisierung Eon zufolge eine zentrale Rolle spielen, um die Netze noch effizienter zu betreiben und gleichzeitig den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien möglichst effektiv zu steuern. Allein im Netzgeschäft will Eon bis 2026 rund zwei Milliarden Euro in die Digitalisierung der Netzplanung, -überwachung und -steuerung investieren.

Alle Prozesse im Unternehmen digitalisieren

Eon beobachtet eine steigende Nachfrage bei Privat-, Geschäfts- und Industriekunden sowie bei Städten und Gemeinden für Dekarbonisierungs-Lösungen. Die Basis bilde das klassische Energievertriebsgeschäft. Eon plant, die Erträge im Energievertriebsgeschäft bis 2026 um drei bis sechs Prozent pro Jahr zu steigern. Bis 2026 sollen Kunden in allen Märkten über digitale Plattformen bedient werden.

Dafür wollen die Essener eine konzernweite Technologieplattform entwickeln. Das Unternehmen digitalisiert dabei alle Prozesse im Unternehmen. Cloudlösungen sollen bis Ende 2023 die bisherigen Rechenzentren ersetzen und eine Basis für die neuen digitalen Anwendungen bilden. Eon wird ihre digitalen Lösungen auch Dritten anbieten.

Energiewende im Wohnungssektor

Mit neuen Lösungen und Dienstleistungen rund um das Energiesystem in Häusern mit eigener regenerativer Stromerzeugung, Heizung und Kühlung sowie Energiemanagement will der Konzern die Energiewende in den Sektor Wohnen bringen. Im Bereich Mobilität rechnet Eon mit einem schnellen Ende der Verbrennungsmotoren und setzt auf den Ausbau von Ladeinfrastruktur. Dafür will der Konzern rund 5.000 neue Schnellladepunkte bis 2026 errichten. Auch das Geschäft mit dezentralen Energieinfrastrukturlösungen will Eon mit Investitionen von 500 bis 600 Millionen Euro im Jahr massiv ausbauen und den EBITDA-Beitrag des Geschäfts bis 2026 jährlich um durchschnittlich 9 bis 12 Prozent steigern.

Weiteres Wachstumspotenzial sieht Eon im Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Das Engagement in diesem Feld soll ausgeweitet werden. Eon setzt hierbei auf europäische Projekt-Partnerschaften wie „H2.Ruhr“, in dessen Rahmen das Land Nordrhein-Westfalen zu einer Wasserstoffregion werden soll. (ds)

www.eon.com

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