Netze BW wird 2021 klimaneutral

01.12.2021 – Die Netze BW vermeldet, in diesem Jahr klimaneutral zu werden. Mehr als 100 Maßnahmen umfasst das Paket, das der Netzbetreiber geschnürt hat, um den CO2-Fußabdruck von rund 390.000 Tonnen des letzten Jahres in 2021 zu verringern. Dabei kann das Unternehmen, das verantwortlich für das größte Strom- und Gasnetz in Baden-Württemberg ist, auf zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen aufbauen, die es bereits in den vergangenen Jahren im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie umgesetzt hat.

Um die Treibhausgas-Bilanz zu erstellen und die geeigneten Maßnahmen auszuarbeiten, hat Netze BW die Berater von KlimAktiv Consulting an ihre Seite geholt. Die Zertifizierungsgesellschaft GUTcert wird die Klimaneutralität der Netze BW im ersten Halbjahr 2022 abschließend prüfen und zertifizieren.

Klimaneutrale Netze BW-©-ingorack Web
Die Netze BW erreicht ihr Ziel und wird 2021 klimaneutral. Foto: ©-ingorack

Nach dem international als Maßstab für die Bilanzierung von Treibhausgas-Emissionen anerkannten Greenhouse Gas Protocol werden die Emissionen der Netze BW in den Emissionskategorien Scope 1 und Scope 2 erfasst. Dies sind alle Emissionen, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entstehen, beispielsweise der Energieverbrauch der Gebäude und technischen Anlagen, der Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge des Fuhrparks und die Verlustenergie aus der Verteilung von Strom. Darüber hinaus berücksichtigt die Netze BW nach eigenen Angaben bereits jetzt freiwillig einige Punkte aus Scope 3 des Greenhouse Gas Protocols. Scope 3 umfasst die Emissionen aus den vor– und nachgelagerten Wertschöpfungsketten eines Unternehmens, z.B. gekaufte Waren und Dienstleistungen. Für sie steht das Unternehmen also nicht in direkter Verantwortung. Die Netze BW kompensiert hieraus die Emissionen durch Geschäftsreisen und das tägliche Pendeln der Mitarbeitenden. Im Jahr 2021 hat die Netze BW zudem den Eigenverbrauch an Gas und Strom auf Biogas und Ökostrom umgestellt und die Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität weiter vorangetrieben.

Verlustenergie maßgeblich für CO2-Fußabdruck verantwortlich

Den größten Anteil am CO2-Fußabdruck der Netze BW – wie bei allen Netzbetreibern – nimmt die sogenannte Verlustenergie ein. Sie wird von Stromnetzbetreibern beschafft, um die physikalisch unvermeidlichen Energieverluste bei der Durchleitung von Strom durch das Netz auszugleichen und verursacht bis zu 90 Prozent der relevanten Treibhausgas-Emissionen. Laut Netze BW wäre es aus Klimaschutzgründen am sinnvollsten, die Verlustenergie mit Ökostrom zu decken. Genau das ist den Netzbetreibern aber aufgrund gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben nicht erlaubt – ebenso wenig wie eine Eigenerzeugung der Verlustenergie aus erneuerbaren Quellen. Im Austausch mit Politik und Behörden will die Netze BW einen gesetzlichen Rahmen schaffen.

Um schon jetzt ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können, geht die Netze BW nun mit einem eigenen Ansatz voran: Indem sie Herkunftsnachweise für Grünstrom in entsprechender Menge beschafft und damit dauerhaft dem Markt entzieht, trägt sie zu einer klimaneutralen Stromerzeugung für die Verlustenergie bei. Die dann noch verbleibenden Emissionen gleicht die Netze BW durch Kompensationszertifikate nach international anerkanntem Standard aus. (ds)

www.netze-bw.de/klima

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