VDE FNN Zielbild „Energiesystem 2030“

03.12.2021 – Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE FNN) beschreibt in seinem Zielbild „Energiesystem 2030“ den Weg, wie im zukünftigen Stromnetz die Koordinierung der zahlreichen neuen Akteure gelingen soll. Die formulierten Maßnahmen sollen eine Grundlage liefern, mit der die Koordinierung zwischen Leistung und Verbrauch im flexiblen Energiesystem möglich werde und die Stromversorgung weiter zuverlässig bleibe. Dazu werde VDE FNN im ersten Quartal 2022 eine Roadmap mit konkreten Schritten bis 2024 vorlegen.

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VDE FNN zeigt mit seinem Zielbild „Energiesystem 2030“, wie die Stromversorgung in Deutschland auch in disruptiven Zeiten sicher bleibt. Bild: scaliger / VDE Verband der ElektrotechnikElektronik Informationstechnik e.V.

Stromverbrauch in Zeiten mit viel erneuerbarer Leistung schieben

Geht es nach der künftigen Bundesregierung, soll ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030 erfolgen. Dazu sollen die erneuerbaren Energien noch stärker und schneller als bisher ausgebaut werden: 2030 soll der Bruttostrombedarf durch 80 Prozent erneuerbare Energien gedeckt werden. „Eine zuverlässige Stromversorgung kann unter diesen Umständen nur gelingen, wenn die Schwankungen der wetterabhängigen Einspeisung geglättet werden und das gesamte Netz, vom Übertragungs- bis zum Verteilnetz, zügig ausgebaut wird. Erst wenn erneuerbare Energie in das Gesamtsystem aufgenommen und den Verbrauchern zur Verfügung gestellt wird, gelingt die Energiewende. Zudem sollte der Verbrauch, wo immer möglich, in Zeiten verschoben werden, in denen viel erneuerbare Leistung zur Verfügung steht“, sagt Kabs. In einem flexiblen Energiesystem seien die schwankenden, erneuerbaren Energien, die gesicherte Leistung und das Verhalten von leistungsstarken und energiereichen Verbrauchern aufeinander abgestimmt.

Diskriminierungsfreien Zugang zu elektrischer Energie sicherstellen

Im vorgelegten Koalitionsvertrag bekennt sich die künftige Regierung zu Modernisierung und Digitalisierung der Verteilnetze, etwa durch „vorausschauende Planung und mehr Steuerbarkeit“. Zudem soll der Rollout intelligenter Messsysteme beschleunigt werden. Kabs drängt in diesem Zusammenhang auf eine Weiterentwicklung des Ordnungsrahmens und des Marktes. Der diskriminierungsfreie Zugang zu Netz und zuverlässiger Stromversorgung müsse auch in Zukunft sicher sein. Dazu gehöre auch, den Netzbetreibern eine Steuerung von regelbaren Verbrauchseinrichtungen, wie Ladeeinrichtungen für E-Fahrzeuge, zu ermöglichen. Es gehe ausdrücklich nicht darum, ihnen wie in Großbritannien Sperrzeiten etwa für das Laden von E-Autos einzuräumen. Es müsse jedoch möglich sein, das Laden bei Bedarf zeitweise auf die zugesicherte Leistung zu begrenzen. (ds)

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