Weichen für Erneuerbaren-Ausbau stellen

06.12.2021 – Die drei bayerischen Verteilnetzbetreiber Bayernwerk Netz, LEW Verteilnetz (LVN) und N-ERGIE Netz fordern von der Politik zügige Anpassungen, damit ein schnellerer Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gelingt und die Klimaziele erreicht werden.

Fünf Handlungsfelder für den schnellen Ausbau der Erneuerbaren

Gemeinsam setzen sich die drei Verteilnetzbetreiber dafür ein, den politischen und rechtlichen Rahmen so zu gestalten, dass keine Netzengpässe entstehen und der Anteil regenerativer Energie in den bayerischen Verteilnetzen weiter gesteigert werden kann. Dabei gelte es, die spezifischen Anforderungen der Verteilnetze zu berücksichtigen. Bayernwerk Netz, LVN und N-ERGIE Netz haben hierfür fünf zentrale Handlungsfelder identifiziert:

PV-Anlage Rainer Funck LEW Web
© Lechwerke AG (Foto: Rainer Funck)

1) Energiekonzept für ein klimaneutrales Bayern

Langfristige energiepolitische Ziele und eine verlässliche Strategie erhöhen die Planungssicherheit und Effizienz. Der Freistaat sollte konkrete Mengenziele und einen Zeitplan für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern definieren. Diese können dann auf kommunaler Ebene in Abstimmung mit den Infrastrukturbetreibern konkretisiert werden. Wichtig ist dabei eine ganzheitliche und Sektoren übergreifende Sicht. Das wesentliche Ziel des Energiekonzepts muss sein, dass dezentral erzeugter Strom möglichst dann vor Ort genutzt wird, wenn er erzeugt wird.

2) Entbürokratisierung der Anschlussregeln und Synchronisierung des Erneuerbaren-Energien-Zubaus mit dem Netzausbau

Allein in diesem Jahr rechnen Bayernwerk Netz, LVN und N-ERGIE Netz mit mehr als 50.000 Anfragen für den Anschluss von PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung mehr als zehn Gigawatt. Die aktuell bei den drei Netzbetreibern angeschlossene Leistung beträgt etwa 19 Gigawatt. Gerade bei kleineren Hausdach-Anlagen erweist sich Bürokratie oft als Bremse. Vor allem die Meldepflichten gegenüber der Bundesnetzagentur müssten den Netzbetreiber zufolge entschlackt werden, um Prozesse zu beschleunigen. Größere PV-Anlagen sollten lokal gebündelt werden. So wird ein effizienterer Netzanschluss ermöglicht.

3) Schnellere und standardisierte Genehmigungsverfahren

Eine personell verstärkte Verwaltung mit bayernweit einheitlichen, vereinfachten und digitalisierten Verfahren trägt dazu bei, den erforderlichen Netzausbau zu beschleunigen. Aktuell dauern Genehmigungsverfahren größerer Netzprojekte viele Jahre.

4) Regulierung anpassen

Um das gesellschaftliche Ziel der Klimaneutralität erreichen, sind enorme Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Um diese umzusetzen, muss der regulatorische Rahmen in Hinblick auf eine gesicherte Finanzierung angepasst werden. Hierzu zählt beispielsweise eine stärkere Berücksichtigung digitaler Technologien.

5) Nutzung von netzdienlichen Speichern und Flexibilität ermöglichen

Die Netzinfrastruktur sollte durch eine Flexibilisierung des Verbrauchs und den Einsatz von netzdienlichen Speichern in räumlicher Nähe zu großen Solarparks effizient genutzt werden. Netzausbaubedarf könnte begrenzt werden, indem flexible, intelligente Lösungen stärker berücksichtigt werden.

Bayernwerk Netz, LVN und N-ERGIE Netz haben nach eigenen Angaben zusammen etwa 480.000 dezentrale Erzeugungsanlagen für erneuerbaren Energien wurden in die Netze integriert. In Bayern findet der Zubau vor allem bei der Photovoltaik statt. Die Förderung von Großanlagen bis zu 20 Megawatt durch das EEG, Anlagen ohne Größenbegrenzung außerhalb des EEGs, Rekordpreise für Strom bei gesunkenen Kosten für PV-Module treiben den PV-Ausbau voran. Gleichzeitig fordern das Wachstum der Elektromobilität, die Ansiedlung verbrauchsstarker Rechenzentren und der Ausbau von Wasserstoff-Lösungen zunehmend das Stromnetz. (ds)

www.bayernwerk-netz.de
www.lew-verteilnetz.de
www.n-ergie-netz.de

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