Windenergie mit KI-Einsatz schneller ausbauen

14.01.2022 – Viele Windenergieprojekte werden durch Klagen aus der Bevölkerung verzögert oder gar gestoppt. Damit in Zukunft weniger Projekte scheitern, soll im Forschungsprojekt „WindGISKI“ ein Geoinformationssystem entwickelt werden, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Erfolgsaussichten vorhersagt. In das System sollen auch demografische und soziologische Daten einfließen, darunter die politische Ausrichtung in der Region, das Durchschnittsalter und der Bildungsgrad. Ein Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft arbeitet im Forschungsprojekt „WindGISKI“ zusammen, beteiligt sind diverse Disziplinen von der Informatik bis zur Sozialwissenschaft.

Eine Machbarkeitsstudie des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und des Softwareunternehmen Nefino habe gezeigt, dass dieser Ansatz Erfolg haben könnte. Die Wissenschaftler:innen haben Daten aus vergangenen Windenergieprojekten analysiert und Zusammenhänge festgestellt. Allerdings sind diese Zusammenhänge nicht unbedingt linear. So ist in Regionen, in denen bereits einige Windenergieanlagen vorhanden sind, die Bevölkerung grundsätzlich aufgeschlossener für weitere Bauprojekte – werden es allerdings zu viele, steige die Wahrscheinlichkeit für Widerstand. Regionen mit einem hohen Anteil von umweltbewussten Bürgern stehen Windenergieanlagen in der Regel offener gegenüber, doch auch hier kann Widerstand wachsen, wenn beispielsweise Artenschutz-Bedenken eine Rolle spielen.

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Ein Geodateninformationssystem soll die Erfolgswahrscheinlichkeit von Windenergieprojekten vorhersagen. Foto: goldfrapp / pixabay.com

KI-basiertes Geoinformationssystem soll die Erfolgsaussichten von Windenergie-Projekten vorhersagen

Die Realisierungswahrscheinlichkeit hängt also von vielen verschiedenen Faktoren ab, die sich noch dazu gegenseitig beeinflussen. Um komplexe Zusammenhänge zu erkennen, werden im Forschungsprojekt KI sowie Methoden des Data Mining eingesetzt. Als Grundlage dienen Daten von vergangenen Windenergie-Ausbauprojekten. Damit wird die Künstliche Intelligenz angelernt, bis sie die Erfolgsaussichten und die Realisierungsdauer nachbilden kann. Im Anschluss kann sie Zukunftsprognosen abgeben und die Realisierungswahrscheinlichkeit von Windenergie-Projekten für Potenzialflächen jeder Region in Deutschland vorhersagen – so das Ziel der Wissenschaftler:innen.

Mit dem zu entwickelnden Geoinformationssystem soll es zum einen einfacher werden, vielversprechende Flächen für zukünftige Windenergie-Projekte zu identifizieren. Zum anderen soll über das System herausgefunden werden, welche Hindernisse andernorts den Ausbau bremsen und wie sich diese Hürden beseitigen lassen.

Insgesamt 8 Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Verbände sind an „WindGISKI“ beteiligt. Das mit insgesamt zwei Millionen Euro geförderte Verbundprojekt ist am 1. Dezember 2021 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) im Förderprogramm KI-Leuchttürme. Projektträger ist die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH. (ds)

www.iph-hannover.de

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