Audi und RWE testen Second-Life-Batterien

17.01.2022 – Der Autohersteller und der Energieversorger testen in einem Energiespeicher, wie sich aus E-Autos ausgemusterte und im Verbund zusammengeschaltete Hochvolt-Batterien als stationäre Energiespeicher verhalten.

Für das Projekt hat RWE auf dem Gelände seines Pumpspeicherkraftwerkes im nordrhein-westfälischen Herdecke eine 160 Quadratmeter große Leichtbau-Halle errichtet, in der gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien aus E-Tron-Entwicklungsfahrzeugen von Audi zum Einsatz kommen. Die Batteriemodule wiegen jeweils 700 Kilogramm. Mit Hilfe von 60 dieser Batteriesysteme soll der neuartige Speicher auf dem RWE-Gelände am Hengsteysee rund 4,5 Megawattstunden Strom zwischenspeichern können. Die Installation der Batteriesysteme im Inneren wurde bereits im Oktober abgeschlossen, die Inbetriebnahme einzelner Komponenten lief im November an.

Energiespeicher Herdecke Audi RWE
Audi und RWE errichten in Herdecke einen Energiespeicher, in dem Akkus aus E-Tron-Entwicklungsfahrzeugen eingesetzt werden. Foto: Audi AG

Second-Life-Batterien: Bis zu zehn Jahre Restlebensdauer

Je nach Einsatzweise stecken laut Audi noch bis zu zehn Jahre Restlebensdauer in den Batterien, die nach ihrem ersten Leben im Auto noch über eine Restkapazität von mehr als 80 Prozent verfügen und zudem günstiger sind als neue Zellen.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen RWE dabei helfen, künftig größere Speicher auf Basis von E-Auto-Akkus zu bauen und zu betreiben. Anfang 2022 will RWE die Speicherkapazität des Second-Life-Batteriespeichers vermarkten – zunächst um das Stromnetz im Rahmen der Frequenzhaltung zu unterstützen. Danach plane man, weitere Vermarktungsmethoden zu erproben. (ds)

www.rwe.com
www.audi.de

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