Verbrauchsprognosen des Fraunhofer IEE ausgezeichnet

10.05.2022 – Die Wissenschaftler Dominik Jost, Jonas Koch und Dominik Beinert des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE haben die Data4Grid-Challenge „KI-Gestützte Verbrauchsprognosen auf Basis von Smart-Meter-Daten“ gewonnen. Der Wettbewerb wurde von der Deutschen Energie Agentur (dena) und umlaut ausgerichtet.

Im Stromnetz der Zukunft wird es immer wichtiger, neben der fluktuierenden Stromerzeugung z.B. durch PV-Anlagen, den Stromverbrauch sämtlicher Akteure zuverlässig zu prognostizieren, um auch bei schwankender Einspeisung einen stabilen Netzzustand garantieren zu können. So schlagen sich etwa wachsende Elektromobilität und der zunehmende Einsatz von Wärmpumpen in einem stark verändertem Verbrauchsverhalten in der Niederspannung nieder.

KI-gestützte Prognosen auf Basis von Smart-Meter-Messungen

Preisverleihung Data4Grid
Preisverleihung der Data4Grid-Challenge im Future Energy Lab in Berlin (von links): Jonas Koch (Fraunhofer IEE), Bendic Ritt (Stromnetz Hamburg), Dominik Jost (Fraunhofer IEE), Dominik Beinert (Fraunhofer IEE), Lukas Lenz (Stromnetz Hamburg) und Sebastian Fendel (umlaut). Foto: © Maximilian Grosser

Im Rahmen der Challenge haben die Fraunhofer-Wissenschaftler Smart-Meter-Messungen analysiert und darauf aufbauend KI-gestützte Prognosen für Einzelverbraucher und Cluster für die nächsten 24 Stunden erzeugt. Durch Smart Meter nimmt die verfügbare Datenmenge kontinuierlich zu und bildet eine verlässliche Basis für Verbrauchsprognosen. Zukünftig sollen sie in Kombination mit Einspeiseprognosen von dezentralen Einspeisern die Grundlage für eine automatisierte Netzsteuerung liefern.

Neben der Kompetenz in der Erstellung von präzisen Leistungsprognosen trug auch die Erfahrung des Fraunhofer IEE in der Zusammenarbeit mit Netzbetreibern und im Netzbetrieb zum Erfolg in der Challenge bei. Unterstützt wurde die Teilnahme durch das Kompetenzzentrum Kognitive Energiesysteme (K-ES), das die Verknüpfung von Künstlicher Intelligenz und Energiewirtschaft zum Ziel hat.
Außerdem gewann die Fraunhofer IEE-Ausgründung retoflow und das Team Dr. Leon Thurner, Simon Ruben Drauz und Marcel Dipp in der Challenge „Evaluierung relevanter Messstellen zur Erhöhung der Netztransparenz in Niederspannungsnetzen“ den ersten Preis.

Im Rahmen der Challenge wurde parallel ein Gutachten über kritische Prozesse im Stromnetz erstellt. Das Gutachten wurde vom Fraunhofer IEE unter Leitung von Kristina Jurczyk angefertigt und wird im Laufe des Sommers durch die dena veröffentlicht. (ds)

www.iee.fraunhofer.de

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