Erdgas: Stadtwerke können bis zu 60 Prozent einsparen

18.05.2022 – Ein kurzfristiger Stopp russischer Erdgaslieferungen würde die Versorgungssicherheit in Deutschland massiv treffen. Auf Basis realer Anlagedaten und Versorgungsszenarien mehrerer Stadtwerke wurde durch Forscher:innen am Fraunhofer IOSB-AST nun ermittelt, wie hoch die maximalen Erdgaseinsparungspotentiale sind.

Ergebnis: Der Erdgasbezug kann – wenn technisch möglich – um bis zu 60 Prozent im Bereich der Strom- und Wärmeversorgung reduziert werden. Andererseits steigen die Beschaffungskosten für den dann zusätzlich benötigten Strom. Im Rahmen der Untersuchungen wurde der Fokus auf sofort verfügbare Technologien und deren operativen Einsatz gelegt.

power-plant-pixabay-Dagoberta-6930932 Web
Foto: Dagoberta / pixabay.com

Berücksichtigt wurden die Mindeststillstands- und Mindestbetriebszeiten der Betriebsmittel sowie die monatsscharfen Verbrauchs- und Erzeugungsprognosen. Es wurde angenommen, dass die zusätzlich benötigte Strommenge am Spotmarkt beschafft werden kann. Unter diesen Voraussetzungen erhöhten sich die Kosten im Vergleich zum Erdgasbezugsszenario um bis zu 35 Prozent. Gleichzeitig wird der Erdgasbezug je nach Berechnung und Szenario um bis zu sechzig Prozent reduziert. Diese Einsparungen stehen zusätzlich zur Befüllung der Erdgasspeicher für den kommenden Herbst bereit.

Die simulativen Untersuchungen wurden auf Basis multikriterieller Optimierungsmodelle durchgeführt. Die Kurzstudie wird unter anderem auf der E-world 2022 vom 21. – 23.06.2022 auf dem Stand des Fraunhofer IOSB-AST, Halle 3, 272 vorgestellt. (ds)

www.iosb-ast.fraunhofer.de

Share