Stadtwerk Winterthur: Klarheit über geänderte Netznutzung

25.05.2022 – Im schweizerischen Winterthur kommt die Smart Grid-Lösung GridEye von depsys seit über drei Jahren im Ortsteil Gotzenwil zum Einsatz. Das Wohngebiet mit etwa 1.000 Bewohner:innen fällt dem örtlichen Versorger zufolge weder durch Neubauaktivitäten noch durch eine besonders hohe Dichte an E-Fahrzeugen auf – und sei daher repräsentativ für viele Teile Winterthurs.

Durch Auswerten der Vergangenheitsdaten die Zukunft besser planen

Mit GridEye können Anwender:innen Strom, Spannung und Spannungsqualität in gemessenen Netzabschnitten erfassen. Ebenso hilfreich erweise sich laut depsys Analysen historischer Messwerte. Diese Einschätzung teilt auch Andreas Lanz von Stadtwerk Winterthur: „Sie erlauben uns, Langfristtrends zu erkennen und Ersatzinvestitionen oder Netzausbaumaßnahmen weitsichtiger und besser zu planen.“

Grafik Netzauslastung Winterthur depsys
In Gotzenwil, einem Stadtteil von Winterthur mit Dorfcharakter, leben etwa 1.000 Menschen. Die Messwerte des Smart Grids in diesem Ortsteil zeigen eine steigende Auslastung der Trafostation. Grafik: Stadtwerk Winterthur

Elektrifizierung von Wärme- und Verkehrssektor spürbar

Stadtwerk Winterthur hat diesen Winter die Monatswerte über den ganzen Nutzungszeitraum ausgewertet. Dabei habe sich herausgestellt, dass von Jahr zu Jahr mehr Strom verbraucht werde – um etwa zwei Prozentpunkte steige die Auslastung im Verteilnetz Gotzenwil im Durchschnitt. Für Andreas Lanz liegt auf der Hand, dass in dem Ortsteil vor allem der Wechsel von fossilen Heizungen auf Wärmepumpen für die Zunahme verantwortlich ist. „Dass dort Wärmepumpen installiert wurden, wussten wir, aber wie stark die Auswirkungen auf das Netz sind, können wir nur anhand der langfristig aufgezeichneten Messwerte erkennen.“ Die statistischen Auswertungen offenbaren auch die täglichen Verbrauchsspitzen, die würden jedoch keine große Überraschung darstellen: eine Tagesspitze tritt um die Mittagszeit, eine weitere am frühen Abend auf.

Grafik Health Check Stadtwerk Winterthur
Die Analyse über mehrere Health Checks hinweg zeigte Stadtwerk Winterthur: Die maximale Auslastung am Transformator im Ortsteil Gotzenwil steigt im Durchschnitt an. Die Ursache könnten Ladeströme für Elektrofahrzeuge und vor allem die vermehrte Nutzung von Wärmepumpen sein. Grafik: depsys SA

Schweiz: Strombedarf wächst landesweit

Ob die Ergebnisse aus Winterthur repräsentativ sind, verifizierte das depsys-Team anhand der Daten anderer Schweizer GridEye-Kunden. Das Ergebnis: „Im Durchschnitt steigt die Auslastung im Verteilnetz, wenn auch nicht überall so stark“, berichtet Emilie Zermatten, Technical Account Manager bei depsys. Die Ursachen seien unterschiedlich, wie die Befragung von depsys-Kundinnen und -Kunden ergeben habe. „Mal ist die Elektrifizierung des Wärmesektors der Treiber, mal neue Ladestationen oder PV-Anlagen.“

Jedes Quartal erhalten GridEye-Anwender:innen laut depsys den sogenannten „Health Check“. Die Berichte zeigen mit ihren statistischen Auswertungen und Grafiken auf, wie sich die Messwerte für Spannung und Auslastung im Messzeitraum verhalten haben. (ds)

www.depsys.com
www.stadtwerk.winterthur.ch

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