Hamburg: Gas- und Dampfturbinen-Anlage wird schwarzstartfähig

15.06.2022 – Die geplante Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) der Hamburger Energiewerke soll als erste Anlage in Hamburg schwarzstartfähig werden, dies sei mit dem Schwesterunternehmen Stromnetz Hamburg vertraglich vereinbart worden. Dadurch soll eine Absicherung des Stromnetzes im Falle eines Cyber-Angriffes sichergestellt werden können. Die Fertigstellung ist für 2025 geplant.

Stromnetz Hamburg Schwarzstart Vereinbarung
Foto: Stromnetz Hamburg GmbH

Im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls kann das schwarzstartfähige Kraftwerk künftig ohne externe Stromquellen angefahren und das Stromnetz schrittweise in Teilen mit Elektrizität versorgt werden. Als Starthilfe zum Hochfahren der Kraftwerksturbinen dienen Akkumulatoren und Verbrennungsmotoren, die für die Eigenbedarfsversorgung am Standort vorgesehen sind. Schon heute sei die GuD-Anlage auf die Verwertung von synthetischem Gas, wie Wasserstoff, ausgelegt, um in Zukunft komplett auf Basis klimaneutraler Brennstoffe arbeiten zu können.

Wärme- und Stromversorgung nach Blackout schrittweise wiederherstellen

Das gemeinsame Schwarzstartkonzept der kommunalen Unternehmen sieht vor, dass die GuD-Anlage mit einer Leistung von rund 150 Megawatt zunächst das Heizkraftwerk Tiefstack versorgt, um dort die Wiederanfahrt zu ermöglichen. Anschließend sollen beide Anlagen in der Lage sein, mehr als 400 MW elektrische Leistung zu produzieren und damit Energie für das Stromnetz und die Versorgung in Teilen der Hansestadt zur Verfügung zu stellen.

Christian Heine, Geschäftsführer & Sprecher der Geschäftsführung der Hamburger Energiewerke, erklärt: „Schwarzstartfähige Kraftwerke sind für eine gesicherte Stromversorgung in Ausnahmesituationen unverzichtbar. Nicht jede Anlage ist dafür geeignet, dies ist abhängig vom benötigten Eigenbedarf der unterschiedlichen Kraftwerkstypen. Unsere GuD-Anlage an der Dradenau, als wesentlicher Baustein im Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel, leistet künftig nicht nur einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur Versorgungssicherheit Hamburgs. Wir bieten dem Stromnetz künftig die Systemdienstleistungen, die es zum Wiederaufbau des Netzes benötigt.“ (ds)

www.stromnetz-hamburg.de
www.hamburger-energiewerke.de

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