Stadtwerke Duisburg: Emissionsfreie Erzeugung bis 2035

22.06.2022 – Die Stadtwerke Duisburg haben nach eigenen Angaben im Vergleich zum Jahr 1990 ihre CO2-Emissionen um mehr als 70 Prozent reduziert. Die Dekarbonisierung der Strom- und Wärmeerzeugung hin zu einem emissionsfreien Erzeugungspark steht dem Versorger zufolge weiterhin im Fokus und bestimme auch die Aktivitäten im Geschäftsjahr 2021. „Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen. Das haben wir in Duisburg schon 2018 erfolgreich geschafft. Wir haben deshalb bereits das nächste Ziel vor Augen: Bis 2035 wollen wir für Duisburg eine emissionsfreie Fernwärmeerzeugung realisieren“, sagt Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG.

Drei wichtige Projekte für den Umbau der Erzeugung

Wie der Versorger verkündet, haben im Jahr 2021 drei Projekte beim Umbau des Erzeugungsparks wichtige Meilensteine erreicht. So sei der Bau des neuen Blockheizkraftwerkes am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerkes an der Bungertstraße so weit fortgeschritten, dass die Anlage voraussichtlich im Herbst 2022 in Betrieb gehen könne. Die neue Anlage soll Strom für rund 68.000 Haushalte bereitstellen können. Das Blockheizkraftwerk sei technisch zudem in der Lage, auch anteilig Wasserstoff als Energieträger zu nutzen.

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An der Kläranlage der Wirtschaftsbetriebe Duisburg im Stadtteil Huckingen werden die Stadtwerke Duisburg einen Teil einer KWK-Anlage errichten. Foto: Wirtschaftsbetriebe Duisburg – Anstalt des öffentlichen Rechts

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Stadtwerke Duisburg zudem den Zuschlag zum Bau einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage an der Kläranlage im Stadtteil Huckingen erhalten. Mithilfe zweier großer Wärmepumpen wird dort die Restwärme im bereits geklärten Abwasser genutzt, um sie dem Fernwärmenetz zuzuführen. Zur Gesamtanlage gehören außerdem zwei Blockheizkraftwerksmodule und ein elektrischer Wärmeerzeuger, die an der Bungertstraße gebaut werden. Die Anlage soll im Jahr 2024 in Betrieb gehen.

Als drittes großes Projekt untersuchen die Stadtwerke Duisburg gemeinsam mit Partnern die Potenziale der Tiefengeothermie in Duisburg und Umgebung. Die Wärme aus tiefen Gesteinsschichten soll nutzbar gemacht werden, um die Fernwärmeversorgung in der Stadt nachhaltiger und emissionsärmer zu machen. Im Jahr 2023 soll die fertige Machbarkeitsstudie vorliegen, aus der dann konkrete Projekte zur Umsetzung entwickelt werden.

Als Standort für Wasserstoffwirtschaft etablieren

Die Stadtwerke wollen auch in den kommenden Jahren weiter in die Versorgungsinfrastruktur investieren. Zugleich sind sie nach eigenen Angaben in vielen Projekten als Partner beteiligt. „Wir gehen davon aus, dass Duisburg erhebliche Potenziale hat, ein entscheidender Standort bei der Entwicklung, Erprobung und Etablierung der Wasserstofftechnologie zu werden. Als Energieversorger, Energieerzeuger und Energieverteiler beteiligen wir uns deshalb an zahlreichen Projekten in diesem Bereich“, erklärt Andreas Gutschek, Vorstand für Infrastruktur und Digitalisierung bei den Stadtwerken Duisburg. (ds)

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