Submetering ohne Umweg über Smart Meter Gateway

30.06.2022 – Submetering gilt als idealer Einstieg für neue digitale Geschäftsmodelle in Ergänzung zum klassischen Messstellenbetrieb. Die aktiver EMT GmbH unterstützt Stadtwerke, Versorger oder Messstellenbetreiber als zertifizierter Dienstleister bei der Umsetzung über das Smart Meter Gateway (SMGW).

Schon in ihrer 2017 veröffentlichten Roadmap zur sektorenübergreifenden Digitalisierung der Energiewende und dem „Säulenmodell“ haben das BSI und das damalige Wirtschaftsministerium das Smart Meter Gateway als zentralen Kommunikationskanal angedacht. So soll zukünftig auch im Submetering das Auslesen von Wasserzählern, Wärmemengenzählern und Heizkostenverteilern über das Smart Meter Gateway organisiert werden. Entsprechend schreibt die novellierte Heizkostenverordnung (HKVO) vor, dass ab 1. Dezember 2022 nur noch Messtechnik eingebaut werden darf, die sicher an ein SMGW angebunden werden kann.

Allerdings müssen Akteure, die nicht nur (Strom-)Messdaten über das SMGW empfangen, sondern zusätzlich über seine CLS-Schnittstelle mit Mess- und anderen Endgeräten im sogenannten Home Area Network (HAN) kommunizieren wollen, die Marktrolle des aktiven externen Marktteilnehmers (aEMT) einnehmen. Diese unterliegt Zertifizierungsauflagen. Doch das sei nicht die einzige Hürde für Versorgungsunternehmen, die hier aktiv werden wollen, führt Sebastian Heß, Geschäftsführer der aktiver EMT GmbH, die sich als Dienstleister auf die Realisierung energiewirtschaftlicher Anwendungsfälle über das SMGW spezialisiert hat, aus: „Zukünftig werden unterschiedliche Einheiten benötigt, die einen Konformitätstest durchlaufen haben müssen.“

„Dabei geht es etwa um die Steuereinheit (SE), Submetereinheit (SME) und HAN-Kommunikationsadaptereinheit (HKE)“, so Heß weiter. „Je nach Anwendungsfall wird eine dieser Einheiten benötigt. So wird es schnell voll im Zählerschrank und der Business Case droht unwirtschaftlich zu werden.“

Neubausiedlung
In der Wohnungswirtschaft steigt der Bedarf an digitalen Energiedienstleistungen, wie Submetering. Für Stadtwerke und Messstellenbetreiber eröffnen sich hier interessante Potenziale. Foto: S. Engels /Adobe Stock

Submetering über SMGW: Lösungsportfolio für viele Anwendungsfälle

Die aktiver EMT GmbH aus Leinfelden-Echterdingen bietet für interessierte Akteure zahlreiche Services für das Submetering über das SMGW aus einer Hand an – von der in der HKVO geforderten Funkauslesung über das CLS-Management bis hin zum BSI-konformen Datenmanagement einschließlich Abrechnung.

Ein wesentlicher Baustein im Lösungsportfolio ist das zusammen mit ZENNER entwickelte CLS-fähige IoT-Gateway Hutschiene, das gleichzeitig die Aufgaben einer Steuereinheit, Submetereinheit und HAN-Kommunikationsadaptereinheit übernehmen kann. Bezogen auf das Submetering sammelt die SME Messwerte aus den Submetering-Verbrauchszählern ein und sendet diese über die CLS-Schnittstelle des SMGW in die nach ISO 27001 zertifizierte Plattform der aktiver EMT GmbH.

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Das CLS-fähige IoT-Gateway Hutschiene kann gleichzeitig die Aufgaben einer Steuereinheit, Submetereinheit und HAN-Kommunikationsadaptereinheit übernehmen. Foto: ZENNER International GmbH & Co. KG

Von dort können sie für diverse Anwendungen genutzt und externen Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt werden. Doch das Angebot des Unternehmens beschränkt sich nicht nur auf Submetering: „Wir verstehen uns als 360-Grad-Dienstleister für die Digitalisierung der Energiewende und ermöglichen unseren Kunden die Umsetzung aller denkbaren aEMT-Anwendungsfälle ohne Zertifizierung des eigenen Unternehmens“, erklärt Sebastian Heß. Gerade für Messstellenbetreiber, so Heß, eröffne die technische Infrastruktur zahlreiche Möglichkeiten für digitale Geschäftsmodelle.

Sprich: Stadtwerke und Netzbetreiber könnten damit auch andere regulierte und nicht-regulierte Anwendungen realisieren – so etwa den Betrieb von Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität, die netzdienliche Steuerung von Energieerzeugungs- oder Verbrauchsanlagen gemäß §14 EnWG oder IoT-basierte Smart Building- und Smart Home-Anwendungen.

Schrittweises Vorgehen: Submetering als Einstieg

Wie Heß berichtet, wählen viele Kunden ein schrittweises Vorgehen, bei dem das Submetering oft als sinnvoller Einstieg genutzt wird – denn die Verbrauchsmessung ist seit jeher Kernkompetenz der Versorger: „Die novellierte HKVO verlangt Verbrauchstransparenz beim Heizen. Im Projekt werden initial ein Funknetz sowie Gateways und Datenmanagementsysteme installiert, die später ohne zusätzliche Investitionen auch für weitere Services verwendet werden können.“

Im zweiten Schritt können Themen wie beispielsweise PV-Anlagen-Betrieb, Mieterstrom-Projekte und Elektromobilität als regulierte Prozesse adressiert werden, aber auch Außenbeleuchtungssteuerung und Überwachung von Parkflächen oder Monitoring von Müllcontainern. Im dritten Schritt sind Smart Building-Anwendungen, beispielsweise als Service für die (kommunale) Wohnungswirtschaft, möglich: „Dies umfasst alles, wodurch ein Gebäude intelligenter wird und das Leben darin energieeffizienter, gesünder, sicherer und komfortabler“, erklärt Sebastian Heß und nennt als Beispiele die Ferninspektion von Rauchwarnmeldern, Indoor Air Quality (IAQ), Leckage-Prävention, Zutrittskontrolle oder das Monitoring von Brandschutztüren.

Sebastian Heß stellt fest, dass diese ganzheitliche Vorgehensweise etwa in der Quartiersentwicklung vielfach gewählt würde und registriert vor diesem Hintergrund ein steigendes Interesse an den aEMT-Dienstleistungen. Das hänge maßgeblich damit zusammen, dass die Dekarbonisierung in den Sektoren Gebäude, Energie und Elektromobilität stark beschleunigt werden müsse. „Die integrierten rechts- und BSI-konformen Lösungen der aktiver EMT GmbH reduzieren die Komplexität für einen Einstieg in digitale Geschäftsmodelle“, so Heß.

Stadtwerke und Energieversorger: Pflicht zur Kür machen

„Das Gute für Stadtwerke und Energieversorger ist: Sie können die vielfältigen Pflichten für sich zur Kür machen und neue Services und Geschäftsfelder aufbauen“, analysiert Sebastian Heß. „Mit den Smart Meter Gateways, die sie unter ihrer Regie betreiben, halten sie den Digitalisierungsschlüssel in der eigenen Hand. Mit unseren aEMT-Services sorgen wir dafür, dass sie ihn umdrehen und damit die Tür zur Welt digitaler Services öffnen können – auf Basis eines sehr hohen IT-Sicherheitsniveaus.“ Dass zurzeit der Chip-Mangel zu Verzögerungen und steigenden Preisen für Smart Meter Gateways führt, stelle keine Einstiegshürde dar: Die Daten ließen sich bereits heute über das IoT-Gateway Hutschiene einsammeln und über die Plattform des Unternehmens bereitstellen. Die Infrastruktur, etwa für das Submetering, könnte somit bereits eingerichtet werden und die Anbindung an das SMGW jederzeit später ohne großen Aufwand erfolgen. (pq)

www.aktiver-emt.de

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