Mehr Windstrom in der Oberlausitz

01.08.2022 – Die Projektentwickler der enercity planen einen Windpark mit bis zu 33 Windenergieanlagen nahe der Gemeinde Schleife im sächsischen Landkreis Görlitz. Das Projekt umfasst zwei Bauabschnitte: Zunächst werden vier Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 24 Megawatt (MW) auf der Hochkippe entstehen, wo die aktuelle Regionalplanung Windeignungsstandorte ausgewiesen hat. Der zweite, größere Bauabschnitt umfasst 29 Windkraftanlagen im Wald mit insgesamt 174 MW Leistung. Diese rund 900 Hektar umfassenden Flächen müssen von den regionalen Planungsbehörden noch als Windeignungsstandorte ausgewiesen werden. Laut enercity kann der künftige Windpark den Bedarf einer Großstadt mit mehr als 155.000 Haushalten decken. Er soll jährlich 540 Millionen Kilowattstunden Ökostrom erzeugen.

Große Potenziale für Windkraft im Wald

Windrad
Foto: enercity AG/Laura Pape

Ausgedehnte Gebiete von Nutzwäldern wie im Landkreis Görlitz eignen sich gut für Windkraftanlagen, da hier die Abstände zur Wohnbebauung in der Regel größer als in der Freifläche sind. Zudem verringert sich bei dieser Lösung die Sichtbarkeit von Windkraftanlagen in der Landschaft. Bei den Ausgleichsmaßnahmen zu den Projekten achtet enercity nach eigenen Angaben darauf, ökologisch nachhaltige Wälder anzulegen, die resilienter gegenüber Klimaschwankungen als die bisherigen Nutzwälder sein sollen.

Eine Windkraftanlage mit 5 MW Leistung benötigt enercity zufolge rund einen Hektar Waldfläche. Die Windkraftanlage erzeugt rund 16 Millionen Kilowattstunden Strom und spart dadurch 6.400 Tonnen CO2 pro Jahr (gegenüber einer Erzeugung mittels Gaskraftwerk) ein. Der durchschnittliche Klimaschutzbeitrag eines Hektars Wald beläuft sich auf etwa 10,4 Tonnen CO2. Die Klimaschutzwirkung eines für Windkraft genutzten Hektars Nutzwald wird so 600 Mal höher.

Windpark erster Baustein eines „Ökologischen Kraftwerks“

Der Windpark ist ein erster Baustein eines geplanten „Ökologischen Kraftwerks“ in Schleife. Im März 2022 stellte die Gemeinde die Pläne für den Aufbau eines „autarken Dorfs“ vor. In Zukunft sollen neben der Windparkerweiterung ein Holzheizkraftwerk inklusive Lebensmittelproduktion und Wärmespeicher entstehen.
Neben der finanziellen Beteiligung der Kommunen gemäß EEG sollen auch die Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen der regionalen Strom- und Wärmeerzeugung direkt profitieren, so seien vergünstigte Energiepreise und andere Beteiligungsformen denkbar. (ds)

www.enercity.de

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