Notfallplan Gas: Abschaltpotenziale verwalten

04.08.2022 – Im Rahmen der Krisenvorsorge Gas sind lokale Gasnetzbetreiber dazu angehalten, die Abschaltpotenziale in ihren Netzen zu ermitteln und diese an den übergeordneten Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) zu melden. Im Zuge der im Juni 2022 ausgerufenen Warnstufe 2 innerhalb des „Notfallplans Gas“ wurden nun festgelegte Prozesse eingeleitet, um im Falle eines Versorgungsengpasses Maßnahmen zur Reduktion des aktuellen Lastflusses umzusetzen. So sind unter anderem in den einzelnen Gasversorgungsnetzen Abschaltpotenziale zu ermitteln.

Tools wie die Energiemanagement-Software ITC PowerCommerce EnMS sollen dabei unterstützen, diese Prozesse zu vereinfachen. Nach Angaben des Software-Herstellers nutzen bereits viele EVU und Stadtwerke das ITC-Tool für das interne Energiemanagement nach ISO 50001 sowie für die Bereitstellung von Energiemanagementservices bei Groß- und Bündelkunden. „Ein weiterer Anwendungsfall, der sich mit den ‚Bordmitteln‘ der Plattform abbilden lässt, ist das Management der Abschaltpotenziale im Bereich Krisenvorsorge Gas. Denn die Anwendung ermöglicht es, Gaslastgänge zu verwalten, zu visualisieren, Berechnungen anzustellen, Kennwerte zu ermitteln und diese auf Abruf vorzuhalten“, erklärt Steve Pater, Senior Technical Consultant bei der ITC AG. EVU und Stadtwerke mit eigenen Gasnetzen sollen somit bereits heute auf ein performantes Werkzeug für das Management von Abschaltpotenzialen zurückgreifen können.

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© ITC AG | Fotos: fanjianhua-preepik.com, Designed by Freepik

Update für einfachere Handhabung

Mit dem nächsten planmäßigen Update sollen sich laut ITC AG die Abschaltpotenziale noch einfacher ermitteln, verwalten und für den Bedarfsfall vorhalten lassen. Dann erhält die Plattform ein flexibles Berichts-Tool, mit dem alle relevanten Kenngrößen noch übersichtlicher zusammengeführt und für frei wählbare Berichtszeiträume dargestellt werden können. „Erstellte, benutzerindividuelle Berichte lassen sich dabei speichern und bei Bedarf direkt aufrufen. Das universelle Berichts-Tool schafft damit auch einen Mehrwert für alle anderen Anwender respektive Anwendungsgebiete der Plattform“, fügt Steve Pater hinzu. Im Umfeld des kommunalen Energiemanagements ließen sich so beispielsweise Energieberichte für Gebäude, Liegenschaften oder die ganze Kommune erzeugen.

Mit der ITC Cloud direkt starten

Bisherige Anwender der ITC-Portal-App, die aktuell ausschließlich die Customer Self Service (CSS)-Prozesse nutzen, können die Funktionen zur Verwaltung der Abschaltpotenziale ganz einfach über ein Upgrade freischalten lassen. Gasnetzbetreiber, bei denen die Plattform bisher noch nicht im Einsatz ist, können ITC zufolge mit der Cloud-Variante auch direkt starten. Die mandantenfähige Energiemanagement-Plattform werde völlig autark in der ITC Portal-Cloud betrieben. Über den bereits im Standard enthaltenen MSCONS- und CSV-Adapter lassen sich RLM-Daten der Sparten Gas und Strom direkt importieren und auswerten. Das Rollen- und Rechtekonzept ermögliche es dabei auch, verschiedene Akteure einzubinden. Dies können beispielsweise die Mitglieder des Krisenteams sein, wie Ingenieure oder Gasmeister.

Hintergrund Notfallplan Gas

Der Notfallplan Gas wurde erstmals 2012 vom damaligen Bundesministerium für Wirtschaft aufgestellt und danach alle vier Jahre aktualisiert. Die aktuelle Fassung stammt von September 2019. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 30. März 2022 die erste Stufe (Frühwarn-Stufe) ausgerufen. Anlass war Russlands Drohung eines Lieferstopps, wenn die Bezahlung der Gaslieferungen nicht in Rubel erfolge. Am 23. Juni 2022 wurde aufgrund gedrosselter Gaslieferungen aus Russland die zweite Stufe (Alarmstufe) des Notfallplans Gas ausgerufen, infolgedessen es zu den festgelegten Prozessen kommt. (ds)

www.itc-ag.com

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