Energie- und Klimakrise: Sparoptionen für Kommunen

08.08.2022 – Nach Einschätzung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB) seien die größten Einsparpotentiale in der energetischen Gebäudesanierung sowie beim Stromverbrauch, etwa für öffentliche Beleuchtung, zu heben. Wichtig seien ziel- und passgenaue Förderprogramme des Bundes und der Länder.

Fabrik Schornsteine Rauch Sonne
Foto: Leonid Sorokin / shutterstock.com

Das Einsparziel von 15 Prozent bis zum Frühjahr nächsten Jahres hält der DStGB-Referatsleiter für Gemeinde- und Stadtentwicklung, Bernd Düsterdiek, mit kurzfristigen Maßnahmen für machbar. Allein eine Reduzierung der Wassertemperatur um zwei Grad in Schwimmbädern bringe bis zu 25 Prozent Energieeinsparung. Auch die punktuelle Reduzierung der Raumwärme in öffentlichen Gebäuden könne den Energiebedarf um 10 bis 15 Prozent reduzieren. Von zentralen Energiesparvorgaben durch den Bund – wie kürzlich in Spanien beschlossen – hält Düsterdiek wenig, da ihre Umsetzung schwer zu kontrollieren sei. In Deutschland gebe es genug Regelwerke und Vorgaben. Als Beispiel nannte er das jüngst verabschiedete Gebäudeenergiegesetz, das klare Richtlinien und Perspektiven vorgebe, etwa für die Modernisierung von Heizungsanlagen und für den Einsatz erneuerbarer Energien.

Klimaschutz und Klimaanpassung organisieren

Die aktuelle Klima- und Energiekrise trifft die Kommunen und Gemeinden laut Bernd Düsterdiek besonders hart. „Die Situation ist so herausfordernd, wie sie nie zuvor nach dem zweiten Weltkrieg war“, erklärt der DStGB-Referatsleiter. Die Kommunen stünden nach der Corona-Krise nun vor der Herausforderung Klimaschutz und Klimaanpassung zu organisieren und gleichzeitig die Energiekrise in Folge des Ukraine-Kriegs zu bewältigen. „Das ist in zweierlei Hinsicht für die Kommunen problematisch: Sie sind als kommunale Stadtwerke gefordert, Energie-Lieferungen sicherzustellen, sie sind aber auch Energieverbraucher. Wir haben 180.000 kommunale Gebäude, über zwei Millionen kommunale Wohnungen, die geheizt und energetisch ertüchtigt werden müssen. Das ist eine gewaltige Herausforderung, vor der wir stehen“, berichtet Düsterdiek.

Das Ganze geschehe vor dem Hintergrund, dass etwa 2.000 Städte und Gemeinden „strukturell finanziell überschuldet“ seien und dass es laut Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Investitionsrückstand in den Kommunen von annährend 160 Milliarden Euro gebe. „Es geht jetzt darum, den Schalter schnellstmöglich umzulegen. Das geht allerdings auch nur mit Unterstützung durch Bund und Länder“, so Düsterdiek. (ds)

www.dstgb.de

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