IWR erwartet 10.000 MW neue Wind- und Solarleistung in Deutschland

05.09.2022 – Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster erwartet im Jahr 2022 hierzulande neue Wind- und Solaranlagen mit einer Leistung von rund 10.000 Megawatt. Nach der IWR-Prognose entfallen auf den Photovoltaik-Zubau rund 8.000 MW und auf die Windenergie etwa 2.000 MW. Das zusätzliche jährliche Stromerzeugungs-Potenzial durch diesen Neubau steige damit um weitere 12 Milliarden kWh Ökostrom.

„Die Marktdynamik ist im Solarsektor dieses Jahr am höchsten, die Windbranche zieht jedoch auch wegen des Neustarts der Offshore-Windenergie langsam nach“, sagt IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. Gleichwohl könne die Schlagzahl beim Ausbau noch deutlich erhöht werden. „Es hat nun etwas über 10 Jahre gedauert, bis der Photovoltaik-Jahreszubau nach der politischen Abschaltung der deutschen Solarindustrie wieder an das bisherige Rekordjahr aus dem Jahr 2012 anknüpfen kann.“

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IWR erwartet 10.000 MW neue Wind- und Solarleistung in Deutschland. Foto: © monticellllo/Adobe Stock

Strommangel im Jahr 2022 ist in Deutschland nicht erkennbar

Wie aus einer IWR-Auswertung von Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E) hervorgehe, seien von Januar bis August dieses Jahres sind allein 158,8 Mrd. kWh (2021: 146,2 Mrd. kWh) und damit 12,6 Mrd. kWh bzw. 8,6 % mehr Ökostrom in das deutsche Stromnetz eingespeist worden als im Vorjahreszeitraum.

„Die explodierenden Strompreise 2022 sind nicht auf fehlenden Strom in Deutschland zurückzuführen, sondern sind Folge teurer Gaskraftwerke in Kombination mit einem preistreibenden Strommangel in Frankreich, da hier derzeit 32 der insgesamt 56 Atomkraftwerke abgeschaltet sind“, erklärt Allnoch. Allein für das Jahr 2022 könnten durch den Ausfall der französischen Kernkraftwerke rd. 80 Mrd. kWh Atomstrom fehlen, der von den Nachbarländern Frankreichs mit gedeckt werden muss. Der diesjährige französische Atomstrom-Ausfall übersteigt damit die gesamte Jahres-Stromerzeugung in Finnland (2021: 69 Mrd. kWh) deutlich. (ds)

www.iwr-institut.de

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