Mit Drohnen den Stromnetzbetrieb sicherer machen

08.09.2022 – Die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen im Verteilnetz sind vielfältig: Sie fliegen automatisiert Stromleitungen und -masten ab und erkennen Fehlerstellen, sie dokumentieren Baustellen aus luftiger Höhe und entfernen Fremdkörper aus Leitungen. Im Zuge der Digitalisierung der Energieinfrastruktur setzt der Verteilnetzbetreiber Westnetz auf die fliegenden Helfer.

Drohne Beagle Systems Westnetz
Drohne der Beagle Systems GmbH. Foto: Westenergie AG

Seit April 2022 ist in Zusammenarbeit mit dem Start-up Beagle Systems eine Drohne im Einsatz, die die Pilotin oder der Pilot nicht mehr auf Sicht fliegen lassen muss. Die Steuerung der Drohne erfolgt aus dem Büro. Darüber hinaus kommen auch feuerspeiende Drohnen zum Einsatz. Sie entfernen Fremdkörper, wie etwa Flugdrachen oder Müll, aus den Stromleitungen.

„Bei Westnetz haben wir heute 50 Drohnen im Einsatz. Und die bringen gleich mehrere Vorteile: Sie erhöhen die Arbeitssicherheit, da unsere Kolleginnen und Kollegen weniger auf Masten steigen müssen. Bei einem Stromausfall kann die Drohne automatisiert die betroffene Leitung abfliegen und die Fehlerstelle erkennen. Das ist schneller und sogar nachhaltiger, da keine Autofahrten oder Helikopterflüge an der Leitung notwendig sind“, so Patrick Wittenberg, Geschäftsführer der Westnetz GmbH.

Die Einsatzmöglichkeiten der Drohnen bei der Westnetz im Überblick

Drohne der Beagle Systems GmbH

  1. Diese Drohne fliegt ohne Sicht einen Radius von rund 100 Metern ab. Eine Anfahrt in die Nähe der Drohne ist damit nicht mehr notwendig.
  2. Stationiert ist sie in einer Drohnengarage der Firma Beagle Systems in Gerolstein in der Eifel. Sie misst 3,50 Meter x 2,20 Meter.
  3. Die Drohnengarage dient nicht nur als Parkplatz, sondern gleichzeitig auch als Ladestation.
Drohne Stromnetz Feuer Westnetz
Feuerspeiende Drohnen entfernen Fremdkörper aus Freileitungen. Foto: Westenergie AG

Die feuerspeiende Drohne

  1. Feuerspeiende Drohnen entfernen Fremdkörper, wie Flugdrachen oder Müll, aus Freileitungen.
  2. Bislang muss der Strom an der entsprechenden Freileitung abgestellt werden. Mittels Hubsteiger wird der Fremdkörper dann entfernt. Bei der feuerspeienden Drohne ist das nicht mehr notwendig.

Einsatz von Drohnen bei Mast- und Freileitungsinspektionen

  1. Eine Mast- und Freileitungsinspektion erfolgt normalerweise vom Boden aus, durch Mastbesteigungen oder per Helikopter. Die Wartungstechniker:innen müssen normalerweise alle Strecken ablaufen, mit dem Auto abfahren oder dem Helikopter abfliegen. Dies ist zeitaufwendig. Durch den Einsatz von Drohnen werden diese Inspektionen unterstützt. So können spontane Inspektionen von Masten und Freileitungen ohne Abschaltung der Leitung durchgeführt werden.
  2. Durch den Einsatz von Flächendrohnen können große Netzabschnitte in einem Radius von 150 Kilometer angeflogen werden. Dies spare Zeit und Geld.
Drohne Stromnetz Inspektion
Einsatz von Drohnen bei Mast- und Freileitungsinspektionen. Foto: Westenergie AG

Einsatz von Drohnen auf Baustellen

  1. Dabei fliegt die Drohne regelmäßig eine programmierte Flugroute über dem Baustellenbereich ab. Die Aufnahmen entstehen in einer Höhe von 30 bis 100 Metern.
  2. Mit einer Software werden die Aufnahmen als 3D-Modell verfügbar. Die Baufortschritte seien so leicht beobachtbar. Höhenprofile können eingesehen werden und Distanzmessungen werden möglich.
  3. Die Anwendung komme auch in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten zum Einsatz, um den Neuaufbau planungstechnisch zu unterstützen und zu dokumentieren. (ds)

www.westnetz.de
www.westenergie.de

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