Netztransparenz: Starten von jedem Punkt

14.11.2022 – Transparenz im Verteilnetz lässt sich auch mit wenig Aufwand gewinnen. PSInsight unterstützt dabei mit einer Kombination aus dezentralen und zentralen Ansätzen und umfangreichen Kooperationen.

Um die Vorgänge in Verteilnetzen sinnvoll zu beurteilen, um z.B. Störungen zu erkennen oder vorzubeugen, müssen Daten aus Betriebsmitteln aggregiert, durch sinnvolle Informationen aus anderen Quellen angereichert und mit Blick auf die konkrete Netzsituation analysiert werden. Genau hier setzte PSInsight 2016 an, um zusammen mit Kunden eine Softwarelösung aus der Praxis zu entwickeln. Die Resonanz war positiv, berichtet Dr. Philipp Huppertz, Gründer und Geschäftsführer von PSInsight, „allerdings haben mir die meisten Netzbetreiber von vorneherein gesagt, sie hätten für die Anwendungen weder die notwendigen Daten noch ausreichend Messtechnik.“

GridCal: Plug and Play-Lösung für Netztransparenz

In Kooperation mit Netzbetreibern entwickelte das Krefelder Unternehmen daraufhin GridCal. Eine dezentral einsetzbare Plug and Play-Lösung – gebaut aus Standardkomponenten der Industrieautomatisierung und marktbewährten Lösungen von GridCal ready Partnern.

Der GridCal Node (GCN) in der Station umfasst als Hardware-Komponenten unter anderem Fernwirkcontroller auf Linux-Basis, Powerquality-Messgeräte und LTE- oder andere Kommunikationseinheiten. „Wir verzichten hier ganz bewusst auf proprietäre Hardware, die völlig unnötige Abhängigkeiten schafft“, sagt Philipp Huppertz. Die von der Messtechnik hochauflösend erfassten Ströme und Spannungen werden direkt in der ONS erfasst, ausgewertet und archiviert.

Ortsnetzstation GridCal Digitalleiste
Die GridCal Digitalleiste zur Nachrüstung in Kompaktstationen ist eine von vielen Installationsvarianten. Foto: PSInsight GmbH

Dezentrale Netzüberwachung

Die Datenvisualisierung erfolgt über ein lokales Display oder einen Webserver. Integrierte Netzsimulationsrechnungen ermöglichen überdies eine dezentrale Netzüberwachung noch in der ONS und selbst Ladesäulen und Einspeiser lassen sich nötigenfalls direkt durch den GCN steuern. „Netzbetreiber können also schon mit einer einzigen Station in die Digitalisierung ihrer Betriebsmittel einsteigen“, so Huppertz. PSInsight bietet Bausteine für die verschiedensten Stationstypen, selbst bei ganz kleinen ONS kann auf den Einsatz von Kabelverteilerkästen verzichtet werden, wie Philipp Huppertz ausführt. Mindestvoraussetzung ist ein freier Einbauplatz für eine Niederspannungssicherungs-Lastschaltleiste.

Die Daten stehen sofort für die gewünschten Zwecke zur Verfügung – „und zwar ohne die Nutzung einer fremden Cloud und zunächst ohne Anforderungen an die eigene Unternehmens-IT“, ergänzt Philipp Huppertz. Der Netzbetreiber bleibe jederzeit Herr seiner Daten und spare auch an dieser Stelle Geld und Zeit.

Steigt dann die Zahl der digitalisierten Stationen, steht mit dem GridCal Operator ein zentrales Managementsystem für übergreifende Aufgaben zur Verfügung.

Partnerschaften für den schnellen Start

Das System erfreue sich am Markt wachsenden Zuspruchs und ist bei Netzbetreibern bundesweit im Einsatz, berichtet der Geschäftsführer. Nach seiner Erfahrung geht der Einbau sehr schnell vonstatten, im Durchschnitt könnten zwei bis vier Stationen am Tag umgerüstet werden. Angesichts zunehmender Personalengpässe wünschten sich Netzbetreiber jedoch auch in diesem Bereich Unterstützung. Diesen Full-Service erhalten sie durch die Kooperationspartner, die sich in der GridCal Alliance zusammengeschlossen haben und der zwischenzeitlich zwölf Unternehmen angehören – darunter die Gräper-Gruppe oder Omexom, aber auch Messtechnik-Anbieter wie PQ Plus sowie spezialisierte Ingenieurbüros. (pq)

www.gridcal.com
www.psinsight.de

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