TransnetBW: Höherauslastung der Stromleitungen hilft im Winter

TransnetBW-Strommast-Höchstspannungsnetz
Freileitungs-Strommast im Höchstspannungsnetz. Foto: TransnetBW GmbH

16.11.2022 – Obwohl die Stromversorgung in Deutschland zu den sichersten weltweit gehört, stellen die Folgen des Ukraine-Krieges die Übertragungsnetzbetreiber in den kommenden Wintermonaten vor besondere Herausforderungen. Darauf hat die Bundesregierung reagiert und verschiedene Gesetze und Maßnahmen auf den Weg gebracht, die zur Stabilisierung des Netzes beitragen. Eine dieser Maßnahmen ist die Höherauslastung der Leitungen im Übertragungsnetz.

Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) TransnetBW informiert zahlreiche Gemeinden in Baden-Württemberg über den Start der Höherauslastung am 1. Januar 2023. Das entsprechende Gesetz sieht diese Information an die Gemeinden vor, da die Höherauslastung eventuell Auswirkungen auf andere Leitungsinfrastrukturen haben kann.

Technische Grundlage für die Höherauslastung ist der sogenannte Witterungsabhängige Freileitungsbetrieb (WAFB) – das WAFB-Umsetzungsprojekt stehe beim baden-württembergischen ÜNB kurz vor dem Abschluss. 260 der 300 geplanten Wetterstationen seien schon in Betrieb.

Wie hilft Witterungsabhängiger Freileitungsbetrieb?

Leiterseile sind für eine maximale Betriebstemperatur ausgelegt, die sich auf eine Hochsommer-Wetterlage bezieht. Bei kälteren Temperaturen und Kühlung durch Wind kann allerdings mehr Strom übertragen werden. Entscheidende Parameter wie Windgeschwindigkeit, Umgebungstemperatur und Sonneneinstrahlung misst TransnetBW direkt an ausgewählten Strommasten. Darauf basierende Berechnung zeigen dann, wie hoch die Lastflüsse bei den jeweils aktuellen Wetterverhältnissen sein dürfen.

Bei günstigen, kühlen Bedingungen kann die Auslastung der Leitungen TransnetBW zufolge um bis zu 20 Prozent erhöht werden. Das trägt deutlich zur Stabilisierung des Netzes bei. Die Anforderungen des Immissionsschutzes würden jederzeit eingehalten.

Die Höherauslastung werde voraussichtlich über die Dauer der in Kraft getretenen Verordnung zur befristeten Ausweitung des Stromerzeugungsangebots bis 31. März 2024 erfolgen. TransnetBW vermeldet, die Übertragungsleistung von derzeit durchschnittlich 1.701 Ampere auf durchschnittlich 1.896 Ampere auf der 220-kV-Spannungsebene und von derzeit durchschnittlich 2.567 Ampere auf durchschnittlich 2.868 Ampere bei den 380-Kilovolt-Leitungen erhöhen. Es handele sich hierbei um technische Maximalwerte, die im realen Anlagenbetrieb nur in Ausnahmefällen erreicht werden. (ds)

www.transnetbw.de

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