
Neue Solation PV-Anlage für mehrere Mieter in Bonn – das erste Gewerbegebäude in Deutschland, das überschüssigen Solarstrom an eine gemeinnützige Organisation spenden kann. (Foto: Tobias Blaser)
17.09.2026 – Multitenant Immobilien bieten attraktive Dachflächen für Photovoltaik, gelten jedoch als anspruchsvoller Markt. Unterschiedliche Nutzer, komplexe Abrechnungsmodelle und regulatorische Vorgaben erschweren die Umsetzung. Smart Energy-Firma SolarEdge und der Energy-as-a-Service-Anbieter Solation zeigen anhand von Projekten in Stuttgart und Bonn, wie sich diese Hürden überwinden und ungenutzte Dachflächen skalierbar erschließen lassen.
Solation übernimmt die gesamte Umsetzung – von Planung und Finanzierung über Installation und Betrieb bis zur Abrechnung mit den Mietern. Grundlage ist eine patentierte „virtuelle Batterie“. Entscheiden sich nicht alle Mieter für die Teilnahme, wird der von ihnen nicht genutzte Solarstrom bilanziell als gespeichert behandelt und später den teilnehmenden Parteien zugewiesen. Dadurch steigt der Eigenverbrauch, ohne dass eine physische Batterie erforderlich ist. Vermieter und teilnehmende Mieter erhalten eine garantierte Ermäßigung von zehn Prozent auf ihre Energiekosten.
Für die technische Umsetzung setzt Solation auf DC-optimierte PV-Systeme von SolarEdge. Leistungsoptimierer steuern die Solarmodule beziehungsweise Modulpaare individuell. Minderleistungen einzelner Module, etwa durch Verschattung, unterschiedliche Ausrichtung oder Dachaufbauten, beeinträchtigen damit nicht die Leistung des gesamten Strangs. Gerade bei komplexen Gewerbedächern hilft dies, die verfügbare Fläche besser auszunutzen und hohe Energieerträge zu erzielen.
Das erste gemeinsame Projekt befindet sich im Stuttgarter Gewerbegebiet Weilimdorf. Auf dem Dach des Mehrmietergebäudes FRIO3 wurden 222 Solarmodule installiert, die voraussichtlich rund 95.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Der jährliche Stromverbrauch des Gebäudes liegt bei etwa 270.000 Kilowattstunden. In Verbindung mit Solations virtuellem Messkonzept werden bereits 83 Prozent des täglich erzeugten Solarstroms direkt vor Ort genutzt. Die Anlage soll rund 28 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Solation rechnet mit einer Amortisationszeit von 5,3 Jahren.
Neben dem Energieertrag spielte auch die Sicherheit bei der Technologiewahl eine wichtige Rolle. Die SolarEdge Systeme verfügen unter anderem über eine Schnellabschaltung auf Modulebene und eine kontinuierliche Anlagenüberwachung. Das schafft eine zusätzliche Schutzebene für Gebäudeeigentümer, Nutzer und Wartungsteams und erleichtert die Kontrolle der Anlagenleistung.

SolarEdge PV-Systeme nutzen Leistungsoptimierer, um die Einschränkungen herkömmlicher String-Wechselrichter zu überwinden und höhere Energieerträge für Gebäudeeigentümer, Mieter und die lokale gemeinnützige Organisation zu erzielen. (Foto: Tobias Blaser)
Bei einem weiteren Projekt in Bonn wird das Modell um eine soziale Komponente ergänzt. Gemeinsam mit dem Gebäudeeigentümer PATRIZIA sollen rund 90 Prozent des erzeugten Solarstroms im Gebäude verbraucht und ein Prozent dauerhaft einer lokalen gemeinnützigen Organisation zugewiesen werden. Diese erhält die entsprechende Energiemenge zu null Cent pro Kilowattstunde. Ihr übriger Bedarf wird über einen regulären Stromvertrag gedeckt. Höhere PV-Erträge steigern somit nicht nur den wirtschaftlichen Nutzen für Eigentümer und Mieter, sondern auch den möglichen Beitrag für den gemeinnützigen Empfänger.
Solation will das Spendenkonzept bis 2030 in 1.000 Gebäuden umsetzen. Die PV-Technologie wird damit zu einem wichtigen Baustein für die Skalierung: Sie soll aus begrenzten und teilweise verschatteten Gewerbedächern möglichst viel Energie gewinnen und zugleich die erforderlichen Sicherheits- und Überwachungsfunktionen bereitstellen.
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