10.07.2025 – CyrusOne, globaler Entwickler und Betreiber von Rechenzentren, und E.ON kooperieren. Das gemeinsame Ziel: Zusätzliche, nachhaltige Versorgungskapazitäten für Rechenzentren.
Im Rahmen dieser branchenweit ersten Partnerschaft bündeln die Unternehmen ihre Kräfte, um neue Energieprojekte in Frankfurt – dem größten Rechenzentrumsstandort Europas, der derzeit unter Netzengpässen und Anschlussverzögerungen leidet – sowie in weiteren Regionen Europas zu realisieren. Neben lokalen Lösungen zur Energieerzeugung werden die Partner auch in den Bereichen Netzdienstleistungen, Power Purchasing Agreements (PPA) und Abwärmenutzung zusammenarbeiten. Ziel der Partnerschaft ist es, kurzfristig zusätzliche Kapazitäten für Kunden in dynamisch wachsenden Regionen bereitzustellen, in denen der Netzzugang derzeit stark eingeschränkt oder verzögert ist.
Mehr Leistung für den Frankfurter WESTSIDE Campus
Für die Partnerschaft entwickelt E.ON Energy Infrastructure Solutions (EIS) sein lokales Stromerzeugungssystem E.ON IQ EnergyCenter, welches das Rechenzentrum CyrusOne FRA7 in Frankfurt Griesheim künftig mit Strom versorgen soll, zusammen weiter. Dieses lokale Stromerzeugungssystem wird die bestehende Stromversorgung ergänzen und ab 2029 zusätzliche 61 MW elektrische Leistung bereitstellen. Damit kann der Campus um weitere 45 MW IT-Kapazität erweitert werden, sodass die Gesamt-IT-Kapazität des FRA7-Campus letztlich auf 126 Megawatt ansteigt.
Höhere Energieeffizienz
Im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen von CyrusOne wird auch beim geplanten Stromerzeugungssystem insbesondere auf Energieeffizienz und ökologische Verantwortung geachtet. Ein weiteres Novum in der Branche ist die geplante Integration einer Grundlastkühlung über Absorptionskältemaschinen, die die Abwärme aus der Stromerzeugung in Kühlung für das Rechenzentrum umwandeln. Dieses Verfahren soll die Gesamteffizienz des Systems steigern, den Stromverbrauch senken und damit den Power Usage Effectiveness-Wert (PUE) signifikant verringern.
Das gemeinsam von E.ON und CyrusOne entwickelte System erzeugt Strom, Kühlung und Wärme durch einen Verbrennungsprozess und ermöglicht CyrusOne die Einbindung von Herkunftsnachweisen für grünen Strom – ein wichtiger Beitrag zur CO₂-Neutralität der Kunden. Zu Beginn wird Erdgas als Brennstoff verwendet. Das System ist jedoch „hydrogen-ready“ und kann mit bis zu 25 Prozent Wasserstoff betrieben werden. Eine Umstellung auf 100 Prozent Wasserstoff ist durch entsprechende Nachrüstungen möglich. Darüber hinaus verbessert das System die Qualität und Nutzbarkeit der Abwärme des Rechenzentrums erheblich, indem es die Abwärme der Absorptionskältemaschine integriert und die Ausgangstemperatur um zehn Grad Celsius erhöht.
„Wir freuen uns sehr, diese Partnerschaft mit E.ON bekannt zu geben, die unseren Kunden ab 2029 eine Basis für groß angelegtes Wachstum ohne Versorgungsrisiken bietet. Beide Unternehmen ergänzen sich mit ihren Kompetenzen; so schaffen wir durch die Skalierung innovativer Technologien eine einzigartige Gelegenheit, unseren Kunden in ihren wichtigsten Märkten Wachstumskapazitäten zu ermöglichen“, sagt Matthew Pullen, Executive Vice President und Managing Director Europe bei CyrusOne. „Unsere skalierbare Plattform wird nicht nur neue Branchenstandards für die Integration fortschrittlicher Energielösungen setzen, sondern auch ein reproduzierbares Modell für zukünftige Rechenzentren bieten und damit das Tempo für europäische Innovationen im Bereich nachhaltiger Infrastruktur vorgeben.“



