29.09.2025 – Eine branchenübergreifende Umfrage des IT-Dienstleisters adesso zeigt: Viele deutsche Unternehmen glauben, beim Thema digitale Souveränität gut gerüstet zu sein – vier von fünf Unternehmen haben jedoch keine feste Strategie für ihre digitale Souveränität.
Laut einer aktuellen Umfrage, die adesso mit dem Handelsblatt Research Institute durchgeführt hat, halten 92 Prozent der knapp 500 befragten Unternehmen das Thema digitale Souveränität für wichtig – allerdings haben nur 21 Prozent der interviewten Unternehmen bisher eine dezidierte Strategie für ihre digitale Souveränität entwickelt.
Zu diesen Ergebnissen kommt der erstmals erhobene „Index Digitale Souveränität (IDS)“ von adesso. Basierend auf einer deutschlandweiten, branchenübergreifenden Umfrage ermittelt der Index den aktuellen Reifegrad in Sachen Digitaler Souveränität von Unternehmen und Organisationen der öffentlichen Hand. Laut Studie liegt dieser Reifegrad für das Jahr 2025 im Schnitt bei 65,8 Prozent. Dabei schneiden Unternehmen mit 67 Prozent insgesamt etwas besser ab als die öffentliche Verwaltung mit 64 Prozent.
Hohe Abhängigkeiten
Der Index zeigt zudem, dass die befragten Unternehmen und Organisationen gerade bei Schlüsseltechnologien wie Cloud, Software und Künstlicher Intelligenz stark von nicht-europäischen Anbietern abhängig sind. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen räumen ein, dass sie hier auf Lösungen aus dem Ausland angewiesen sind. Und im Bereich Künstliche Intelligenz bewerten 63 Prozent ihren Grad an Digitaler Souveränität nur als „ausreichend“.
Investitionsbereitschaft vorhanden
Den Autoren zufolge sollen vor allem fehlende Kompetenzen, Fachkräftemangel und hohe Kosten den Ausbau der digitalen Souveränität vielerorts bremsen. Auf der anderen Seite ist die Bereitschaft der Befragten hoch, künftig in digitale Souveränität zu investieren: 80 Prozent der Unternehmen würden für souveräne Lösungen sogar einen Aufpreis zahlen, im Schnitt in Höhe von 17 Prozent.
Optimale Balance
Welches Maß an digitaler Unabhängigkeit für ein Unternehmen sinnvoll ist, hängt vom Anwendungsbereich und der Sensibilität der Daten ab. Daher streben Unternehmen und öffentliche Hand laut Umfrage auch keine komplette Autarkie an, sondern einen durchschnittlichen Souveränitätsgrad von 77,8 Prozent. „Digitale Souveränität bedeutet in einer global vernetzten Wirtschaft und Politik nicht Abschottung, sondern Selbstbestimmung, Partnerschaft und Resilienz. Es gilt, den richtigen Weg zu einer passgenauen Digitalen Souveränität zu finden – mit der optimalen Balance zwischen Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Mark Lohweber, CEO von adesso SE. (cp)
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