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Digitales Lagermanagement

24.07.2026 – Der Frankfurter Energiedienstleister Mainova setzt für die Digitalisierung seiner Lagerlogistik auf eine Mobile-Lösung des Softwareanbieters Membrain.

Montagematerial, Prüfgeräte, PV- Module, Wallboxen – der Materialbedarf beim hessischen Energiedienstleister Mainova ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Gründe dafür sind zum Beispiel der Ausbau des lokalen Stromnetzes, die steigende Nachfrage nach Photovoltaik und Ladeinfrastruktur oder Smart-City-Projekte. Um all dies zu bewältigen, ist ein effizientes Management der Material- und Logistikprozesse zwingend erforderlich. Tatsächlich war das Lagermanagement bei Mainova jedoch geprägt von analogen Prozessen. Viele Tätigkeiten im Lager erfolgten auf Papier, etwa das Ausdrucken von Transportaufträgen oder das manuelle Erfassen von Lieferscheinen. Informationen zu Material oder Beständen wurden verteilt oder mussten am PC nachrecherchiert werden, während sich die Lagerstandorte durch Bau- und Infrastrukturmaßnahmen veränderten.

Foto: Asep / stock.adobe.com

Die Lage wurde zusätzlich erschwert, da das frühere Hauptlager einem Umbau weichen musste. In den beiden kurzfristig errichteten Ausweichlagern herrschten teils ungünstige bauliche Bedingungen. Lange Laufwege, Arbeitsbereiche ohne WLAN (z.B. Keller) und historisch gewachsene Prozesse führten dazu, dass Materialfluss und Informationsfluss immer wieder auseinanderliefen. „Die Folge waren Zeitverluste und Unstimmigkeiten, was angesichts des steigenden Arbeitsvolumens nicht mehr hinnehmbar war. Zugleich wuchs der Anspruch interner Kunden, etwa an präzisere Informationen, höhere Datenqualität, Chargenverwaltung oder automatisierte Benachrichtigungen“, so René Bastiné, Projekt- und Prozessmanager bei Mainova.

Hürden beim SAP-Wechsel

Parallel stellt Mainova von SAP R/3 auf S/4HANA um und vollzieht damit den Übergang vom bisherigen Warehouse Management (WM) zum Extended Warehouse Management (EWM). Mit WM können grundlegende Lagerprozesse wie die Lagerplatzverwaltung oder die Umlagerung von Materialien gesteuert werden. EWM deckt weitaus mehr als die Standard-Lagerfunktionen ab und ermöglicht eine vollständig digitale und medienbruchfreie Steuerung der Lagerprozesse.

Dabei wurde schnell deutlich, dass mobile Standardfunktionen in S/4HANA – insbesondere Fiori-Apps – zentrale Anforderungen nicht erfüllten. Für den operativen Lageralltag benötigte Mainova eine Lösung, die intuitiv zu bedienen ist und auch offline verlässlich arbeitet. Eine weitere Bedingung bestand in der Erfassung von Bildern und Dokumenten und der OCR (Optical Character Recognition)-gestützten Datenerkennung. „Diese Aspekte führten dazu, dass wir eine mobile Plattform suchten, die nahtlos in SAP integriert ist, gleichzeitig aber deutlich mehr Funktionalität für Shopfloor-Prozesse bietet als klassische RF-Lösungen oder Fiori-Standardmodule“, ergänzt Bastiné. Für eine effizientere und digitalisierte Abwicklung der Lagerprozesse vertraut Mainova heute auf die MembrainPAS-App des Anbieters Membrain.

Digitalisierte Standardprozesse

In der MembrainPAS-App können die unterschiedlichsten Anwendungsfälle im Lager intuitiv über eine Kachel ausgewählt und abgewickelt werden. (Foto: Membrain GmbH)

Mit der MembrainPAS-App, die in SAP integriert ist, konnte Mainova die Lagerprozesse schnell mobil abbilden. Dabei geht es vor allem um typische Logistikfunktionen wie Wareneingang, Umlagerung von Materialien oder Bestandsauskünfte. Das Anreichern von Daten, wie das Aufnehmen von Bildern sowie das Erfassen zusätzlicher Informationen, kann problemlos mit der App auf den mobilen Geräten erledigt werden. „Die Idee hinter dieser Lösung ist es, jede Tätigkeit für den Anwender im Lager so einfach wie möglich zu gestalten“, führt Patrick Spensberger, Projektverantwortlicher bei Membrain für Mainova aus. Durch die Möglichkeit, Prozesse offline weiterzuführen und später zu synchronisieren, wird die Anwendung unabhängig von der Gebäudestruktur und kann auch in den großen Außenlagern der Mainova ohne WLAN eingesetzt werden.

Als Hardwarekomponente kommt bei der Mainova der Zebra-Scanner Zebra TC 78 zum Einsatz. „Mainova verwendet flächendeckend im Lager Tablets und Scanner, mit denen Barcodes erfasst werden. Die gescannten Informationen werden, sofern man im Online-Modus ist, in Echtzeit in das SAP-System überführt“, erklärt Christian Jeske, Marketingleiter bei Membrain. Die Mainova sehe vor allem bei der Dokumentenerfassung einen deutlichen Fortschritt. Lieferscheine werden heute fotografiert, automatisch per OCR ausgelesen und mit der jeweiligen Bestellung im SAP verknüpft. Mehrseitige Dokumente werden zu einer PDF kombiniert und direkt in das Dokumentenmanagementsystem übertragen, wodurch frühere Arbeitsschritte wie manuelles Abtippen oder das separate Versenden und Archivieren von Dateien entfallen. Ergänzend dazu wurden digitale Checklisten eingeführt, etwa für Ladungssicherungen, die von den Fachbereichen selbst gepflegt werden.

Spürbare Effizienzsteigerung

In der täglichen Praxis zeigt die mobile Lösung deutliche Effekte: Bestände können direkt am Lagerplatz geprüft werden, Ein- bzw. Umlagerungen erfolgen prozesssicher und transparent über den Barcode-Scan auf dem jeweiligen Material. Transportaufträge werden als digitale To-Do-Liste bereitgestellt, statt in Papierform verteilt zu werden. Insbesondere die Harmonisierung von Materialfluss und Informationsfluss trage nach Angaben der Mainova dazu bei, dass Daten konsistent und aktuell bleiben. Die gesteigerte Effizienz schlägt sich auch wirtschaftlich nieder: „Der Return on Investment hat einen Horizont von etwa zweieinhalb bis drei Jahren, wobei sich die Zeitersparnis, die höhere Datenqualität, der Rückgang papierbasierter Tätigkeiten und die geringere Fehleranfälligkeit als sehr wirksam erwiesen haben“, erklärt René Bastiné.

Weiterentwicklung geplant

Einer der großen technischen Vorteile der Membrain-Lösung ist, dass die S/4HANA Umstellung inklusive der Einführung von SAP EWM keinerlei Einfluss auf die mobile Lösung haben werde und nahtlos weitergeführt werden könne. Die meisten Prozesse bleiben dabei für die Anwender gleich, selbst wenn sich der SAP-Hintergrund verändert. Mainova plant zudem die Einführung von Dashboards, die den verschiedenen Nutzergruppen Echtzeitinformationen zu Reservierungen oder Materialverfügbarkeiten geben. Im Bereich Inventur prüft Mainova derzeit neue digitale Verfahren und führt entsprechende Machbarkeitsstudien durch. (cst)

www.mainova.de

www.membrain-it.com