07.04.2026 – Eine repräsentative Umfrage unter Stadtwerken und Regionalversorgern der Thüga-Gruppe zeigt, dass Cyberangriffe weiterhin die größte Herausforderung für die Versorgungssicherheit darstellen.
In einer im Februar und März 2026 durchgeführten Erhebung identifizieren nahezu alle (97 Prozent) der bundesweit 150 befragten Stadtwerke und Regionalversorger der Thüga-Gruppe Cyberangriffe als zentrales Risiko für die Versorgungssicherheit. Mit deutlichem Abstand dahinter folgen physische Angriffe (42 Prozent) sowie Störungen in den Versorgungsketten (41 Prozent).
Trotz dieses Befundes ist das Gros der Befragten nicht in Panik geraten: Lediglich 30 Prozent der Studienteilnehmer:innen schätzten die aktuelle Bedrohungslage als hoch ein – 43 Prozent der Befragten als mittel. Ein Viertel beurteilt das Gefahrenszenario hingegen als niedrig bis sehr niedrig.
Kostentreiber Cybersicherheit
Viele der kommunalen Energieversorger in Deutschland haben sich jedoch nach Ansicht von Thüga gut auf die Bedrohungslage vorbereitet: So berichten 85 Prozent der Unternehmen davon, dass sie ihre Investitionen in Schutzmaßnahmen bereits erhöht haben. Allerdings verursache die Cybersicherheit steigende Kosten, getrieben durch hohe gesetzliche Anforderungen und den Mangel an qualifiziertem IT-Fachpersonal, wie es ein Umfrageteilnehmer auf den Punkt bringt: „IT-Sicherheit: Immer komplexer werdende Themen, sehr personalintensiv.“
Trotz der steigenden Anforderungen planen jedoch nur 15 Prozent der Unternehmen, zusätzliches Personal aufzubauen – fast ausschließlich im Bereich IT-Sicherheit, ISMS oder aufgrund der NIS2-Richtlinie. Insbesondere die Regulierung erlaube keine großangelegten Neuanstellungen, da nicht alle Kosten anerkannt würden. Einige Umfrageteilnehmenden bemängeln zudem, dass „immer kritischere gesetzliche Vorgaben pragmatische, wirtschaftlich vertretbare Lösungen erschweren“. Eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre dürfte nach Ansicht der Studienautoren daher sein, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. (cp)
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