Schneller Zugriff auf Verbrauchsdaten 

29.09.2025 – Das neue Portal for.Watt, das 50Hertz gemeinsam mit Stromnetz Berlin und Mako356 entwickelt hat, soll den Datenaustausch zwischen Energieserviceanbietern und Endkund:innen erleichtern. 

Ein automatisierter Prozess, mit dem Verbraucher:innen der Nutzung von Verbrauchsdaten zustimmen können, soll die Entwicklung datenbasierter Dienstleistungen beschleunigen. (Bild: mangolovemom/stock.adobe.com (KI generiert))

Zu den zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre gehört es, die wachsende Zahl an Elektroautos, Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen und Heimspeichern sowie Windparks so ins Energiesystem zu integrieren, dass diese Anlagen markt- und netzdienlich betrieben werden können. Bei der Erschließung dieser Flexibilitäten könnten datengetriebene Services eine wichtige Rolle spielen, die über die neue Rolle des Energieserviceanbieters (ESA) angeboten werden. Allerdings basieren solche digitalen Dienstleistungen auf aktuellen Verbrauchsdaten aus den Stromzählern – und deren Nutzung müssen Endkund:innen explizit zustimmen. Dieser Prozess ist in Deutschland bisher nicht massenmarkttauglich. 

Der neue kostenlose Berechtigungsservice, der zwischen Endkunden, Messstellenbetreibern und Energieserviceanbietern kommuniziert, will diese Lücke schließen. Über das Portal for.Watt können Endkunden Einwilligungen zur Datenweitergabe online erteilen, einsehen und verwalten. Die Abläufe werden dadurch effizienter und kundenfreundlicher – auch die Automatisierung des Prozesses wird ermöglicht. Zudem werden mit dem Service – im Unterschied zur aktuellen Praxis – sämtliche Anforderungen an das geltende EU-Recht (EU Implementing Regulation 2023/1162) erfüllt, das einen digitalen Berechtigungsprozess vorsieht.  

Die Pilottests mit Stromnetz Berlin als Messstellenbetreiber und Mako365 als Energieserviceanbieter wurden erfolgreich abgeschlossen.  

Branchenlösung für MSB und ESA? 

Der neue Berechtigungs-Service richtet sich prinzipiell an alle Messstellenbetreiber und Energieserviceanbieter in Deutschland und könnte damit als Branchenlösung fungieren. Grundsätzlich soll der sichere, datenschutzkonforme und unkomplizierte Datentransfer über das Portal die Entwicklung datenbasierter Energiedienstleistungen fördern, von denen sowohl Endkund:innen als auch die Energiewende profitieren. So ließe sich beispielsweise auf Basis des historischen Verbrauchs auswerten, ob sich der Wechsel zu einem dynamischen Stromtarif lohnt. 

Was noch fehlt….  

Viele EU-Länder haben einen solchen digitalen Service bereits etabliert oder sind auf gutem Weg dahin. Dazu gehören Estland, Dänemark, Finnland, Polen, Niederlande, Österreich und Spanien. Bevor Daten geteilt werden können, müssen sie allerdings erst einmal erhoben werden. Die Beschleunigung des Smart Meter Rollouts ist daher auch hier ein wichtiger Erfolgsfaktor. Andere EU-Staaten sind hier bereits deutlich weiter als Deutschland.  

www.50hertz.com 

www.forwatt.io