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BiDi-Laden: Viel Interesse, wenig Kaufbereitschaft?

16.06.2026 – Eine neue 5-Länder-Studie zum Marktpotenzial des bidirektionalen Ladens zeigt: Zwischen den Erwartungen an das Thema und der tatsächlichen Kaufbereitschaft klafft eine messbare Lücke.

Auch wenn das bidirektionale Laden als ein wichtiges Element der Energiewende gilt, kommt es nicht zwangsläufig für jede E-Autofahrer:in in Frage – dies zeigen aktuelle Ergebnisse der Bidirectional Charging Study 2026 von USCALE, für die das Marktforschungsunternehmen über 10.000 BEV- und Verbrenner-Fahrer in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Schweden befragt hat.

Zwar finden viele der Befragten das bidirektionale Laden zunächst attraktiv – rund 53 Prozent der BEV-Fahrer können sich vorstellen, die Technologie zu nutzen – doch ändert sich ihre Haltung, wenn sie die möglichen Vor- und Nachteile bewerten müssen. So sinkt selbst unter der Annahme ausreichender Erlöse und akzeptabler Investitionen der Anteil derer, die einen nennenswerten Mehrwert in bidirektionalem Laden für sich persönlich sehen und eine Investition in Betracht ziehen. Die Analysten kommen zum Schluss, dass demnach die realistisch adressierbare Zielgruppe für das bidirektionale Laden unter den BEV-Fahrern bei lediglich 17 Prozent liegt, bei den Verbrenner-Fahrern sind es nur 6 Prozent.

(Grafik: USCALE GmbH)

(Grafik: USCALE GmbH)

Auf der Habenseite

Den Ergebnissen nach sind vor allem die erwarteten Kosteneinsparungen, die Freude an technologischer Innovation sowie der ökologische Nutzen Treiber für die Nutzung dieser Technologie. Bei Vehicle-to-Home sind zudem die gefühlte Energieunabhängigkeit und die Integration eigener PV-Energie als Motive wichtig.

Nachteile nicht unterschätzen

Den Studienautoren zur Folge stehen den Vorteilen jedoch auch handfeste Nachteile gegenüber: Der größte Bremsklotz liegt demnach in den nötigen Vorabinvestitionen in die passende Ladeinfrastruktur zu Hause. Hinzu kommen Bedenken wegen möglicher Batteriealterung, Unsicherheiten rund um eine noch nicht ausgereifte Technologie und der als hoch empfundene Aufwand im Alltag.

„Die Technologie ist bereit“, kommentiert Dr. Axel Sprenger, Geschäftsführer der USCALE GmbH, die Ergebnisse, „aber bidirektionales Laden löst vor allem ein Problem der Energieversorger mit dem stockenden Netzausbau. Ohne die Nutzer geht die Rechnung nicht auf. Die Studie zeigt, dass die Nutzer noch überzeugt werden müssen.“ (cp)

www.uscale.digital

Beitragsbild: Symbolbild: mostafa mohamed / stock.adobe.com (KI-generiert)