02.04.2026 – Eine aktuelle Studie des Messdienstleisters ista benennt die Hürden, vor denen die Wohnungswirtschaft beim Ausbau der Ladeinfrastruktur im Mehrfamilienhaussegment steht.
Wo hakt es noch beim Stromtanken in großen Wohngebäuden? Dieser Leitfrage ist die ista SE in einer Erhebung unter 200 Entscheidungsträgern aus der Wohnungswirtschaft nachgegangen. Dabei identifizierten die Befragten drei zentrale Bremsklötze, die den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in ihren Mehrfamilienhaus-Objekten verlangsamen: Technische Machbarkeit (63 Prozent), hohe Investitionskosten (56 Prozent) sowie eine aus Vermietersicht bislang zu geringer Mieterbedarf (55 Prozent).
„Der Ladeinfrastrukturausbau stottert auch aufgrund einer Henne-Ei-Situation: Die Menschen zögern, weil die Ladeinfrastruktur vermeintlich nicht ausreicht – die Wohnungswirtschaft zögert, weil die Mieter vermeintlich keine Lademöglichkeiten nachfragen“, erklärt Christoph Klinck, Tribe Lead Commercial & Industrial bei ista.
Während fehlendes Know-how noch als geringste Hürde für den Ladeinfrastrukturausbau angegeben wurde, fehlen für eine wirtschaftlich belastbare Planung häufig zentrale technische Daten – insbesondere bei kommunalen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften. Nur 42 Prozent der Befragten kennen die Netzanschlussleistung und lediglich 22 Prozent verfügen über Informationen zur Last (zum Beispiel aktuelle Lastgangmessung).
Mieterschaft als Antreiber?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Mieterschaft über alle Teilsegmente hinweg generell ein entscheidender Faktor für die Installation von Ladepunkten ist. So rechnen die Befragten damit, dass in den kommenden drei Jahren im Schnitt 11 Prozent ihrer Mieter einen Bedarf an Lademöglichkeiten bekunden werden – Tendenz steigend.
Für 46 Prozent der privaten Wohnungsunternehmen und 52 Prozent der Projektentwickler ist auch die Marktwertsteigerung ein treibendes Motiv für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in den eigenen Objekten. Für kommunale Wohnungsunternehmen und Genossenschaften stehen dagegen auch regulatorische Anforderungen wie die Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) und das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) mit im Fokus.

Wohnungsnahes Laden gilt als Schlüssel für die Mobilitätswende und Wertsteigerung in der Wohnungswirtschaft. (Bild: Chargemaker GmbH / ista SE)
1-zu-1-Wallboxen beliebt
Unter den Befragten der Studie sind die privaten Wohnungsunternehmen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur derzeit am weitesten: 62 Prozent verfügen bereits in mindestens einer Liegenschaft über Ladeinfrastruktur. Bei Genossenschaften (52 Prozent) und kommunalen Unternehmen (48 Prozent) liegt der Anteil niedriger.
Bei der Frage, welche Ladekonzepte sich die Befragten in ihren Objekten vorstellen können, domminieren den Studienergebnissen zufolge die sogenannten 1-zu-1-Wallboxen, die einzelnen Mietern fest zugeordnet sind. Geteilte Ladepunkte gewinnen jedoch an Bedeutung – insbesondere bei Projektentwicklern. (Halb-)öffentliche Ladepunkte spielen bislang indes eine untergeordnete Rolle. (cp)



