11.07.2025 – Wie lassen sich Elektrofahrzeuge intelligent in das Stromnetz integrieren, um zur Netzstabilität beizutragen? Diese Frage steht im Mittelpunkt von OctoFlexBW, einem gemeinsamen Pilotprojekt des Energieversorgers Octopus Energy und des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW.

Foto: Octopus Energy Germany GmbH
Ziel ist es, die Flexibilität von E-Autos zu nutzen, um sogenannte Redispatch-Maßnahmen marktbasiert und effizient umzusetzen – ein Konzept, das als Redispatch 3.0 gilt.
Im Zentrum steht dabei ein intelligentes Lademanagement: In Zeiten hoher Netzlast verschiebt Octopus Energy automatisiert die Ladevorgänge der Elektroautos seiner Kundinnen und Kunden. Grundlage ist ein digitaler Austausch zwischen den Plattformen DA/RE von TransnetBW und Kraken bei Octopus. Die Steuerung erfolgt ohne Komforteinbußen für die Nutzerinnen und Nutzer, die im Gegenzug von günstigeren Stromtarifen profitieren.
Die erste Projektphase mit rund 100 E-Fahrzeugen verlief laut Projektpartnern erfolgreich: Der automatisierte Datenaustausch funktionierte zuverlässig, etwa ein Drittel der Fahrzeuge wurde Elektroautos als Netzhelfer bei Abrufen aktiv gesteuert – mit einer Erbringungsgüte von mehr als 90 Prozent. Die Akzeptanz unter den Teilnehmern war hoch. Die nun gestartete zweite Phase sieht die Ausweitung auf 1.500 oder mehr Fahrzeuge vor. Zudem sollen alle energiewirtschaftlichen Prozesse bilanziert und Prognose- und Monitoringsysteme weiterentwickelt werden. Die Projektpartner betonen das langfristige Potenzial: Haushaltsnahe Kleinstflexibilitäten könnten systemrelevant werden – sofern regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden. (pms)


