EDITORIAL

Guter Weg

An unsichere Zeiten und große Aufgaben hat sich die Versorgungsbranche inzwischen gewöhnt und dabei erstaunliche Resilienz gezeigt. Auch im vergangenen Jahr lief es gut: Der Anteil regenerativer Energien an der Erzeugung steigt, die ersten Offshore-Anlagen liefern Strom, immer mehr Gebäude und Quartiere werden elektrisch beheizt, immer mehr Menschen fahren elektrisch – und finden fast überall Ladepunkte. Prosumerhaushalte können sich dank Eigenverbrauchsoptimierung und dynamischer Tarife sehr günstig versorgen. Auch der schwierigste Teil – der Ausbau und die Digitalisierung der Stromnetze – macht gute Fortschritte bis hinunter in die Niederspannung. Ermöglicht werden diese Erfolge von Stadtwerken, Versorgern und Netzbetreibern, die ihre Prozesse zunehmend effizienter und kundenfreundlicher ausrichten. Im Engpassmanagement, bei Netzanschlussanfragen, im Assetmanagement, im Vertrieb und in der Kundenbetreuung hält KI Einzug – und das nicht nur bei den Großen der Branche. Getrieben wird diese Entwicklung auch von neuen Stromlieferanten und Energiedienstleistern, die als aktive Marktpartner ihr Know-how und ihre Ideen mit den etablierten Anbietern teilen.

(v.l.n.r) Petra Quenel, Chefredakteurin;
Christian Packwitz, Stellv. Chefredakteur;
Pilar Marie Stein, Redakteurin; Christian Stevens, Redakteur. Grafik: erstellt mit DALL·E (OpenAI)

All dies geschieht unter schwierigen Rahmenbedingungen und vor dem Hintergrund mehr oder minder sinnvoller Diskussionen, die ein Regierungswechsel nun mal so mit sich bringt. Manche Ideen sind nützlich: Bürokratieabbau würde auch der Energiewirtschaft (und ihren Kunden) erhebliche Kosten sparen und Tempo bringen. Zuschüsse zu den Netzausbaukosten entlasten Netzbetreiber wie Stromverbraucher gleichermaßen und könnten auch langfristig helfen. Auch ein dem Netzausbau angepasstes Fördermanagement der Erneuerbaren macht Sinn. Es gäbe noch einiges mehr, was die Energiewende wirtschaftlicher und schneller machen könnte. Doch neue Fronten aufzubauen – zwischen Klimaschutz und Wirtschaft, großen und kleinen Unternehmen oder einzelnen Marktrollen – ist nicht zielführend.

Für eine wirtschafliche Umsetzung der Energiewende braucht es eine dezentrale, vielfältige Versorgungslandschaft. Was da erreicht werden kann, und welche Potenziale noch in der Strombranche liegen, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Lassen Sie sich inspirieren!

Ihre Petra Quenel und das 50,2-Redaktionsteam

 

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