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14-Tonnen-Steckdose

14.10.2024 – Actemium hat einen neuen mobilen Energiecontainer entwickelt, der den Anschluss von Erneuerbaren Energie-Anlagen an das öffentliche Stromnetz erleichtert.

Foto: Ground Picture / shutterstock.com

Immer wenn Erzeugeranlagen von Erneuerbaren Energien ans Netz angebunden werden sollen, stehen die Betreiber vor der Frage, wie sie dieses Vorhaben bewerkstelligen – schließlich können sie ihre Anlagen nicht einfach über einen 3-poligen Schuko-Stecker an das öffentliche Versorgungsnetz anschließen. So sind bei der Netzintegration von Erneuerbaren Energie-Erzeugeranlagen neben den technischen Voraussetzungen zur Umwandlung von der Nieder- über die Mittelspannung bis hin zur 400 kV-Ebene noch weitere Vorgaben zu erfüllen. Beispielsweise gilt es eine ganze Reihe von Normen und Vorschriften zu beachten, damit die Betreiber von EEG-Anlagen rechtskonform agieren können. Hinzu kommt, dass die Sicherheit am Netzverknüpfungspunkt am EVU gewährleistet werden muss. Um den Betreibern den Anschluss ihrer Erzeugeranlagen an das öffentliche Stromnetz zu erleichtern, hat die VINCI Energies-Marke Actemium mit ihrem neuen Energiecontainer eine Art „Multifunktionstaschenmesser“ für mobile Netzanbindungslösungen entwickelt.

Plug-and-Play-Prinzip

Blick in den Niederspannungsbereich des 4,6 MVA-Energiecontainers: 4.000 A, 800 V-Niederspannungshauptverteilung mit integriertem, nachgelagerten Netzentkupplungsschutz. (Foto: Actemium Deutschland)

Der für den AC-seitigen Nieder-, Mittelspannungs- und Trafobereich ausgelegte Energiecontainer ist in der Standardausführung (ohne Fremdbelüftung) transformatorseitig für eine AC-Leistung von 4,6 MVA ausgelegt. Durch eine mittelspannungsseitige Reihenschaltung mehrerer Container lässt sich mit dieser Lösung pro Einspeisestrang eine spannungsabhängige Leistung von bis zu 30 MVA anschließen. Durch Vorhalten der wesentlichen Bauteilkomponenten kann Actemium nach eigenen Angaben einen einzelnen Energiecontainer bereits innerhalb von drei bis sechs Monaten ausliefern – während bei klassischen Betontrafostationen Lieferzeiten von bis zu eineinhalb Jahren üblich sind. Im Rahmen von Serienfertigungen sind über eine entsprechende Lagerhaltung auch kürzere Zeiten möglich.

Aufgrund der kompakten Maße eines 20 Fuß-Überseecontainers und einem Ausbaugewicht von rund 14 Tonnen kann der Energiecontainer einfach per LKW transportiert und mittels Autokran auch in unwegsamen Umgebungen positioniert werden. Bevor der Container nach dem Plug-and-Play-Prinzip an eine Energie-Infrastruktur gestellt und angebunden wird, sind im Vorfeld lediglich Streifenfundamentarbeiten und die erforderliche Anschlussverkabelung durchzuführen.

„Mit dem standardisierten 4,6-MVA-Energiecontainer haben wir eine Schnittstelle für EEG-Anlagen entwickelt, die Leistungsfähigkeit, Sicherheit, Klimaschonung, Flexibilität und Kostenbewusstsein optimal vereint“, hebt Frank Hofstätter, Business Unit Leiter bei der Actemium Energy Projects GmbH in Kassel, die Eigenschaften des Systems hervor.

Sicher ist sicher

Seitliche Ansicht ins Innere des Energiecontainers: Der 4,6 MVA Bioöl-Transformator in Ölwanne mit integrierten Ölableitblechen. (Foto: Actemium Deutschland)

Da die Eigentümer und Betreiber von Stromverteilungs- und Energieerzeugungsanlagen in der Verantwortung für einen rechtskonformen Betrieb der Einheiten stehen, können sie die endgültige Haftung nicht vollumfänglich auf Dritte übertragen. Aus diesem Grund wird den Sicherheitsfeatures des Energiecontainers ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Im Fokus der Sicherheitsaspekte steht vor allem der Schutz der Service- und Betriebsmitarbeiter:innen, die während ihrer Arbeit in und um den Container tätig sind, sowie die Absicherung zufällig vorbeikommender Passanten. Infolgedessen erfüllt der Energiecontainer den als Stand der Technik geforderten Bediener- und Passanten-Störlichtbogenschutz gemäß den Normen IEC 62271-202 A und B.

Zudem räumt Actemium auch dem Bereich des Umweltschutzes einen angemessenen Platz ein: So sorgen eine SF6- freie Mittelspannungsschaltanlage sowie die Bioöl-Füllung des Leistungstransformators, in Verbindung mit einem gemäß Wasserhaushaltsgesetz zertifizierten Ölauffang- und Abwassergesamtsystem, für eine hohe Umweltverträglichkeit. Die ausreichend groß dimensionierte Ölauffangwanne mit speziellem Spritzschutz sowie einer Ölfilterablaufeinheit verhindert dabei, dass in einem möglichen Schadensfall Öl in die Umgebung fließen kann – sogar bei Ausnahmefällen wie Löscharbeiten.

Auf diese Weise werden die erforderlichen Genehmigungsverfahren für die Installation der Container erleichtert und beschleunigt. Unterm Strich gewährleistet der Energiecontainer den sicheren und rechtskonformen Betrieb von EEG-Anlagen auf dem hohen Sicherheitsniveau der deutschen Energieversorgungsunternehmen.

Offen für Sekundärgeräte

Konfigurationsvariante im Mittelspannungsbereich mit einer 4-feldigen, 36 kV- Leistungsschaltanlage Typ 8DJH36 von Siemens. (Foto: Actemium Deutschland)

Angeschlossen an ein PV-Kraftwerk wandelt der Energiecontainer die dort erzeugte AC-Niederspannung zur Weiterverteilung über längere Strecken in Mittelspannung um. Je nach Leistungsgröße und der vorhandenen Netzinfrastruktur des örtlichen Energieversorgers kann die erzeugte Leistung anschließend an das nächstgelegene Umspannwerk zur Einspeisung in das 110 kV-Netz weitergeleitet werden.

Zusätzlich lassen sich ebenso Batteriespeicher oder Elektrolyseure zur Erzeugung grünen Wasserstoffs in das System integrieren, bevor die Leistung in das Umspannwerk eingespeist wird. Ergänzt wird das Ganze durch die Option, zusätzliche Sekundärgeräte wie Zähler, Batteriepuffer, Fernwirksysteme oder speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) zu installieren, um so eine von außen zu bedienende Sekundärnische zu realisieren – etwa beim Einsatz des Containers als geprüfte und zugelassene EVU-Übergabestation.

Derzeit stehen drei standardisierte 10-20(-30) kV Container-Typen zur Auswahl: als Übergabecontainer für Energieerzeugungsparks mit bis zu fünf; als Verteilcontainer für Energieerzeugungsparks mit drei und als Endcontainer für Energieerzeugungsparks mit zwei Mittelspannungs-Schaltfeldern sowie als kombinierter 10-20 kV Übergabecontainer für Energieversorger mit bis zu fünf Mittelspannungs- Schaltfeldern und einem 20 kV EVU-Übergabemessfeld. (cp)

www.actemium.de